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»Gedanken für den Tag«
Von Liebe eine Spur
Wie soll man das Leben lieben, wenn man Gott, die Quelle des Lebens, nicht liebt? Und wie soll man Gott lieben, wenn man das Leben, seine Gabe, nicht liebt? Wie kann man einen anderen Menschen lieben, wenn man nicht das Leben liebt? Wie kann man sich selbst lieben, wenn man das Leben nicht liebt? Wie soll man seine Arbeit lieben, wenn man das Leben nicht lieben kann? Wie soll man die Schöpfung lieben, wenn man das Leben nicht liebt? Wenn die Liebe zu Gott und die Liebe zum Le

Axel Kühner
10. Nov. 2025
Geteilte Freude
Ein Landwirt kommt zum Kloster. In der Hand hat er eine große Weintraube mit herrlich blauen saftigen Beeren. "Bruder Pförtner, ich habe die schönste Weintraube aus meinem Weinberg mitgebracht. Raten Sie mal, wem ich damit eine Freude machen will!" "Wahrscheinlich dem Abt oder sonst einem Pater. Ich weiß es nicht." "Nein, Ihnen!" "Mir? Sie haben an mich gedacht?" Er findet kaum Worte. Die Freude, die der Landwirt im Gesicht des anderen sieht, macht ihn selbst froh. Der Bruder

Axel Kühner
9. Nov. 2025
Abendlied
Es ist so still geworden, verrauscht des Abends Wehn; nun hört man allerorten der Engel Füße gehn; rings in die Tale senket sich Finsternis mit Macht - wirf ab, Herz, was dich kränket und was dir bange macht! Es ruht die Welt im Schweigen, ihr Tosen ist vorbei, stumm ihrer Freude Reigen und stumm ihr Schmerzensschrei. Hat Rosen sie geschenket, hat Dornen sie gebracht - wirf ab, Herz, was dich kränket und was dir bange macht! Und hast du heut gefehlet, o schaue nicht zurück;

Axel Kühner
8. Nov. 2025
Wer ist schuld?
Ein Mädchen ist einst zu einem Brunnen gegangen, um Wasser zu schöpfen. Als sie ihre Eimer gefüllt hatte, wollte sie vor dem langen Heimweg noch ein wenig ausruhen. So setzte sie sich auf den Brunnenrand, lehnte sich an das Gestänge, ließ sich von der warmen Sonne wohlig wärmen und schlief darüber ein. Das Schicksal sah das Mädchen sitzen und in der Gestalt einer alten Frau weckte es das schlafende Mädchen behutsam auf. Das Mädchen öffnete verwirrt die Augen und schimpfte auf

Axel Kühner
7. Nov. 2025
Feuer anzünden
Ich zünde heute Morgen mein Feuer an. Die Engel des Himmels sehen mir zu. Ich zünde es an ohne böse Gedanken, ohne Neid und ohne Eifersucht, ohne Furcht, nur mit dem großen Wunsch, Gott möge mich den Tag beschützen. Gott, zünde du innen in meinem Herzen das Feuer an: die Liebe zu meinen Nächsten, die Freundlichkeit zu Freunden und Feinden, die Mitfreude mit den Glücklichen, das Mitleid mit den Bedrückten. Zünde du innen in meinem Herzen das Feuer an: die Flamme der Hoffnung

Axel Kühner
6. Nov. 2025
Gepäckträger Nr. 42
Grand-Central-Station New York, der größte Bahnhof der Welt. Die Sonne flutet durch die zwanzig Meter hohen Fenster und über die Marmortreppen wie in eine Kathedrale. Doch die vielen Menschen jeder Sprache und Farbe schauen sich kaum um, denn sie haben Eile. Sie merken auch nicht, dass neben ihnen Menschen gehen, die in großer Not sind. Einer aber sieht das. Es ist Gepäckträger Nr. 42, etwa vierzig Jahre alt. Eine junge Frau ruft: "Gepäckträger!" Da geht Nr. 42 auf sie zu. Si

Axel Kühner
5. Nov. 2025
Goldene Regel
Die einfachste und schwerste Regel des Lebens, die für jeden Menschen auf Erden das Beste wäre, hat zwei Seiten. Einmal sollten wir alle die Dinge und Werte, die wir uns wünschen, auch dem Nächsten zukommen lassen. Und zum anderen sollten wir alles, was wir uns an Übeln nicht wünschen und an Schlechtem vermeiden, auch dem Nächsten nicht zudenken oder zustoßen lassen. Wenn wir diese Goldene Regel dann auch noch für Menschen gelten lassen, die uns um unser Glück beneiden und es

Axel Kühner
4. Nov. 2025
Unfassbar
Wie sehr wir im Empfinden und Reagieren von uns selbst und wie wenig wir vom anderen ausgehen, wurde mir einmal bei folgendem Erlebnis deutlich: In Marburg besuchte ich Freunde. Es war ein Wintertag und abends schon stockdunkel. Hans wollte gern mit mir noch einen langen Waldspaziergang machen. Da er sich sehr gut auskannte, vertraute ich mich ihm sorglos an. So gelangten wir in den nahe gelegenen Wald, in dem es nun so finster war, dass man buchstäblich die Hand vor Augen ni

Axel Kühner
3. Nov. 2025
Im Kleinsten liegt die wahre Größe
Geduldig sein in kleinen Leiden, das kleinste Böse ernstlich meiden, bei allen kleinen Sachen das Kleinste sich zum Segen machen, sich freuen an den kleinen Dingen, im Kleinsten schon sich selbst bezwingen, in kleinen Pflichten treu sich üben, den kleinsten Dienst von Herzen lieben, auch kleine Opfer niemals scheuen, am kleinsten Sonnenstrahl sich freuen, die kleinste Blume nicht zertreten, gern helfen auch in kleinen Nöten, den kleinen Glauben nicht zerstören, auch gerne kle

Axel Kühner
2. Nov. 2025
Gezeichnet für das Leben
Ich sitze im Straßencafé einer Großstadt mit Cappuccino und Buch und schaue zwischendurch den vielen verschiedenen Menschen nach, die vorübergehen. Dabei fallen mir drei Jugendliche ins Auge; auf ihren schwarzen T-Shirts steht mit weißen Buchstaben aufgedruckt: scarred for life - gezeichnet für das Leben! Beim Lesen fallen mir viele Kinder und Menschenkinder ein, die durch irgendein Schicksal für ihr Leben gezeichnet sind. Kranke und behinderte Kinder, arme und misshandelte K

Axel Kühner
1. Nov. 2025
Trübe Tage
Gabe des Schweigens
Es gibt die Sprache mit Worten und mit Händen. Es gibt die Sprache der Augen und des Körpers. Und es gibt die Sprache des Schweigens. Der alte Abt eines Klosters fühlt nach einem langen und mühevollen Leben, dass es wohl bald mit ihm zum Ende kommt. Da möchte er noch einmal seinen besten Freund besuchen, um von ihm Abschied zu nehmen. Ein junger Mönch begleitet ihn auf der langen und schwierigen Wanderung in das Bergkloster. Dort fallen sich die beiden alten Freunde in die Ar

Axel Kühner
vor 1 Tag
Nachtragen oder Ablegen
Ein Junge hat seine Mutter durch Grobheiten tief verletzt. Der Junge ist längst weitergegangen, aber die Mutter trägt es in ihrer Seele dem Jungen nach, und sie trägt schwer daran. Eine Frau hat ihren Mann schwer gekränkt. Sie hat das gar nicht so empfunden und lebt fröhlich fort. Aber der Mann trägt es ihr in seinem Herzen nach und ist damit sehr belastet. Ein Arbeitskollege ist von einem anderen hintergangen worden und in seiner Ehre verletzt. Der Kollege ist schon in einer

Axel Kühner
vor 2 Tagen
Loslassen und Festhalten
Die vergänglichen Werte, Zeit und Geld, Hab und Gut, Gesundheit und Lebenskraft bringen einen großen Segen, wenn man sie loslässt und einsetzt, hingibt und verschenkt. Wir sollten all die vergänglichen Dinge des Lebens dankbar empfangen und fröhlich verschenken. So sind sie für uns, für andere und für das Leben ein großer Gewinn. Die ewigen Werte, der Glaube an Jesus, die Liebe zu anderen, die Hoffnung auf die Zukunft Gottes, das Vertrauen in Jesu Macht bringen einen großen S

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Gott wird helfen müssen
Zum Rabbi Meir kam ein Dorfjude mit Namen Seinwel. Er war kinderlos, obwohl schon zehn Jahre verheiratet. Immer wieder drängte er den Rabbi, dass er für ihn Kinder erflehen möchte. Einmal kam er mit seiner Frau. "Wir werden euch", rief die redegewandte Frau, "keine Ruhe lassen, bis ihr uns mit einem Kind segnet." Der Rabbi erwiderte: "Gebt mir den Zahlenwert des Wortes ‚Ben’, also 52 Dukaten, so werde ich für euch einen Sohn erflehen." Der arme Jude fing an zu handeln. Er kön

Axel Kühner
vor 4 Tagen
Helau oder Halleluja
Die Ursprünge des Karnevals gehen auf die Fruchtbarkeitsriten der antiken Völker zurück. Griechen und Römer huldigten dem Gott des Weines. In Rom beging man im Januar die Saturnalien. Ein Mann aus dem Volk wurde zum König gewählt und mit großem Prunk führte er die Prozession an. Auf Wagen wurden Bilder der Götter, nackte Statuen und leichte Mädchen mitgeführt. Gemeine Zoten und hässliche Lieder schallten durch die Straßen. Römische Bürger brachten ihre Frauen und Töchter für

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Gelobt sei der Herr!
Gelobt sei der Herr für raue Wege. Sie haben manchen Fuß vor dem Ausgleiten bewahrt und den Schritten einen festen Halt gegeben. Gelobt sei der Herr für raue Winde. Sie haben manches Lebensschiff heimgeweht, das sonst ins eigene Verderben gesegelt wäre. Gelobt sei der Herr für raue Worte. Sie haben manche Augen für die Wahrheit geöffnet und Herzen für die Liebe empfänglich gemacht. Gelobt sei der Herr für raue Wasser. Sie haben den Dreck von der Seele gespült und manches Lebe

Axel Kühner
vor 6 Tagen
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