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»Gedanken für den Tag«
Heute richtig leben
"Ein jeder prüfe seine Gedanken: Er wird sie alle mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft beschäftigt finden. Wir denken fast gar nicht an die Gegenwart; und wenn wir denken, dann nur, damit wir aus ihr eine Einsicht erlangen, um über die Zukunft zu verfügen. Die Gegenwart ist nie unser Ziel: Die Vergangenheit und die Gegenwart sind unsere Mittel; die Zukunft allein ist unser Ziel. So leben wir nie, sondern wir hoffen zu leben, und während wir uns immer in Bereitschaft hal

Axel Kühner
30. Nov. 2025
Gott sieht auch im Dunkeln
"Eine schwarze Ameise auf einem schwarzen Stein in tiefschwarzer Nacht - doch Gott sieht sie!" (Arabisches Sprichwort) Bisweilen verdunkelt sich das Leben: um uns nur tiefschwarze Not, düstere Aussichten, in uns dunkle Verzweiflung, unser Lebensraum gleicht einem schwarzen Stein und wir einer kleinen Ameise. Doch Gott sieht uns. Er schaut ins Dunkel und durch die Nacht aller Leiden hindurch. Gott sieht meinen Kummer, zählt meine Tränen, weiß um meine Ängste und versteht meine

Axel Kühner
29. Nov. 2025
Ein kostbares Gut
Die Tiere hatten eine große Versammlung einberufen, weil sie beraten wollten, wie sie sich gegen den Raubbau der Menschen schützen konnten. "Mir nehmen sie fast alles", sagte die Kuh, "die Milch, das Fleisch und selbst die Haut." "Mir geht es auch nicht viel besser", sagte die Henne. "Mir nehmen sie die Eier weg, und schließlich muss ich in den Topf." "Von mir nehmen sie das Fleisch und meine schöne Haut", sagte das Schwein. "Und mir rauben sie die Freiheit, weil ich ihnen et

Axel Kühner
28. Nov. 2025
Schicksalstage
Wenn die trüben Tage grauen, kalt und feindlich blickt die Welt, findet scheu sich dein Vertrauen ganz auf dich allein gestellt. Aber in dich selbst verwiesen aus der alten Freuden Land, siehst du neuen Paradiesen deinen Glauben zugewandt. Als dein Eigenstes erkennst du, was dir fremd und feind erschien, und mit neuem Namen nennst du dein Geschick und nimmst es hin. Was dich zu erdrücken drohte, zeigt sich freundlich, atmet Geist, ist ein Führer, ist ein Bote, der dich hoc

Axel Kühner
27. Nov. 2025
Das wirklich schmerzliche Warum
Ruf aus Stalingrad Einer aber der Namenlosen im Höllensturme von Stalingrad schrieb seiner Mutter aus Tod und Tosen in Brand und Brüllen auf blutigem Blatt: "Mutter, warum hast du mir nie von Christus gesagt?" Schwieg und fiel dann, steinschwer, stumm. Aber die Klage pocht. Und die Frage fragt durch Jahre fort im Gang der Geschlechter, knistert wie Irrlicht im klüngelnden Buch, schwelt im zornfeurigen Fluch, hallt durch Dome, zischelt am Tisch der Verächter ... Vergilbter Bri

Axel Kühner
26. Nov. 2025
Ein einfacher grauer Stein
Mathilde Wrede, der "Engel der Gefangenen", besuchte einst im Norden Finnlands das Kloster von Valamo, das auf einer Insel im Ladogasee liegt. Die Mönche zeigten ihr die Klosteranlage und auch den kleinen Friedhof, wo die verstorbenen Mönche begraben lagen. Tief beeindruckt war Mathilde Wrede von den einfachen grauen Steinen aus dem Ladogasee, die die Gräber zierten. Sie enthielten alle gleich die Inschrift "Gottes Leibeigener" und darunter den Namen des Mönches. Sie sagte, s

Axel Kühner
25. Nov. 2025
Die Botschaft der Steine
Wenn ich über den nahe gelegenen Friedhof gehe, um das Grab meiner Frau zu besuchen, komme ich an hunderten von Grabsteinen vorbei. Sie alle tragen Namen und Lebensdaten von Verstorbenen. Auf kaum einem Grabstein findet sich noch eine Botschaft. Jedoch zwei Grabsteine nebeneinander haben mich bei jedem Vorübergehen nachdenklich gemacht. Auf einem Stein lautet die Inschrift unter dem Namen einer Frau: "Schatz, du bist immer bei mir!" Daneben heißt es über dem Namen einer Frau:

Axel Kühner
24. Nov. 2025
Licht in dein Haus
Der später so bekannte Dichter Fritz Reuter (1810-1874) war nach siebenjähriger Festungshaft ein gebrochener Mann. Zeitlebens hatte er unter wiederkehrenden körperlichen und auch seelischen Zusammenbrüchen zu leiden. Quälende Schmerzen des Körpers und tiefe Dunkelheiten des Gemütes machten ihm immer wieder zu schaffen. Und doch schrieb Fritz Reuter die besten Werke, die ja zum Teil von so viel Humor und Freude durchzogen sind, in und nach schwersten Leidenstagen und schlaflos

Axel Kühner
23. Nov. 2025
Lachen und Weinen
Von Johann Wolfgang Goethe gibt es eine schöne Geschichte über den Chodscha: Timur war ein hässlicher Mann; er hatte ein blindes Auge und einen lahmen Fuß. Indem nun eines Tages Chodscha um ihn war, kratzte sich Timur den Kopf, denn die Zeit des Barbierens war gekommen, und befahl, der Barbier solle gerufen werden. Nachdem der Kopf geschoren war, gab der Barbier, wie gewöhnlich, Timur den Spiegel in die Hand. Timur sah sich im Spiegel und fand sein Ansehen gar zu hässlich. Da

Axel Kühner
22. Nov. 2025
Richtig leben
Leben ist Empfangen. Können wir uns und unser Leben als Geschenk verstehen oder müssen wir es als Leistung missverstehen? Lebensraum und Lebenszeit werden uns anvertraut. Lebensmöglichkeiten, Lebensmittel und Lebensgefährten werden uns geschenkt. Lebensfreude und Lebenskraft wachsen uns zu. Essen und Trinken, Arbeit und Schlaf, Jahreszeiten und Lebenszeiten, Sonne und Wind, Erde und Wasser, Gaben und Aufgaben, Kultur und Bildung, Wachsen und Reifen, Herkunft und Zukunft, Ehe

Axel Kühner
21. Nov. 2025
Trübe Tage
Warum sind Sie ein Christ?
So wurde ein Inder von einem Freund gefragt. In seiner bilderreichen Sprache antwortete er mit einer Geschichte: "Einst traf ich auf einer Wanderung auf einen Tiger, der mich knurrend verfolgte. Ich rannte um mein Leben und konnte mich schließlich an einer Schlingpflanze in einen Brunnenschacht hinunterlassen. Ich blickte nach oben, wo der Tiger mit seinen wilden Augen auf mich schaute. Ich blickte nach unten und sah zu meinem Entsetzen eine riesige Giftschlange auf dem Boden

Axel Kühner
vor 2 Tagen
Der Stellvertreter
Im letzten Haus des Dorfes, einem alten, halb zerfallenen Speicher, wohnte ein buckliger Mann ganz allein. Er wurde von allen gemieden, denn er war wegen Brandstiftung mit einer schweren Freiheitsstrafe belegt worden. Er hatte einst die Mühle des Dorfes angezündet. Nach langen Jahren kam er aus dem Gefängnis zurück, menschenscheu und noch zusammengefallener als früher. Sogar zum Kinderschreck war er geworden, denn wenn die Kinder nicht brav sein wollten, drohten die Mütter mi

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Der deinen Mund fröhlich macht
Der Mund ist die Öffnung zum Leben. Durch ihn atmen wir Lebens-Stoffe ein und Schadstoffe aus. Mit ihm trinken wir und stillen unseren Durst nach frischem Wasser. Mit ihm essen und schmecken wir, was zur Ernährung und Erhaltung lebensnotwendig ist. Mit ihm sprechen wir und teilen uns anderen mit. Mit ihm singen wir und drücken unsere Freude, Sehnsucht und Trauer aus. Mit ihm küssen wir als Zeichen der besonderen Liebe und Nähe zu einem Menschen. Und mit dem Mund beten wir zu

Axel Kühner
vor 4 Tagen
Wer kann am weitesten sehen?
Vor einem großen Mietshaus spielen die Kinder auf der Straße. Sie kommen beim Spiel auf die Frage, wer von den Kindern aus seiner Wohnung am weitesten sehen kann. Der Junge aus dem ersten Stock meint, er könne weit über die Felder und Wiesen sehen. Das Mädchen aus dem zweiten Stock behauptet, es könne in der Ferne den Deich vor dem Meer erkennen. Der Junge aus dem dritten Stock gar erklärt, er sehe bis aufs Meer und könne die Schiffe am Horizont erkennen. Die kleine Tochter d

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Wann wird es Sonntag?
Eines Tages kamen unter einem großen Baum, so erzählt eine afrikanische Sage, die Tiere zusammen, weil auch sie - wie die Menschen - einen Sonntag haben wollten. Der König der Tiere, der Löwe, erklärte: Das ist ganz einfach. Wenn ich eine Gazelle verspeise, dann ist für mich Sonntag. Das Pferd meinte: Mir genügt schon eine weite Koppel, dass ich stundenlang austraben kann, dann ist für mich Sonntag. Das Schwein grunzte: Eine richtige Dreckmulde und ein Sack Eicheln müssen her

Axel Kühner
vor 6 Tagen
Fortsetzung folgt
Winston Churchill fiel als Kind einmal im Park seines Elternhauses in einen Teich. Der Gärtner des Vaters rettete den Jungen vor dem Ertrinken. Winston Churchills Vater wollte diese gute Tat belohnen. Und so bezahlte er dem Sohn des Gärtners, der ein begabter Junge war, die Ausbildung und das Medizinstudium. Aus ihm wurde ein guter Mediziner und der bekannte Forscher Alexander Flemming. Er erfand das Penicillin und wurde weltberühmt. Als Winston Churchill später an einer schw

Axel Kühner
vor 7 Tagen
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