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»Gedanken für den Tag«
Auch ich schreib meinen Liebesbrief
Unsere Lebenszeit ist wie ein leeres Blatt, das Gott uns anvertraut hat, damit wir mit unserem Leben darauf unsere Antwort schreiben. Es ist ein weißes Pergament, Die Zeit, und jeder schreibt Mit seinem roten Blut darauf, Bis ihn der Strom vertreibt. An dich, du wunderbare Welt, Du Schönheit ohne End', Auch ich schreib' meinen Liebesbrief Auf diesem Pergament. Froh bin ich, dass ich aufgeblüht In deinem runden Kranz; Zum Dank trüb' ich die Quelle nicht Und lobe deinen Glanz.
Axel Kühner
31. Jan.
Nach oben schauen
Ein Schiffsjunge musste einmal im Sturm den Mast hinaufklettern. Die Wogen gingen hoch, und die Wellen trugen das Schiff bald nach oben in schwindelnde Höhen und bald hinab in abgründige Tiefen. Dem Schiffsjungen begann schwindelig zu werden, und er drohte herabzustürzen. Da rief ihm der Kapitän von unten zu: "Junge, sieh nach oben!" Der Schiffsjunge riss seinen entsetzten Blick von den tobenden Wellen los und richtete ihn nach oben. Und dieser Blick in den Himmel rettete ihn
Axel Kühner
30. Jan.
Die Hoffnung nicht aufgeben
Es waren einmal zwei Bienen, die saßen am Eingang ihres Bienenkorbes in der Sonne. Lange Zeit hatte ein heftiger Sturm gewütet. Seine Gewalt hatte alle Blumen weggefegt und die Welt verwüstet. "Was soll ich noch fliegen?" klagte die eine Biene. "Überall herrscht ein wüstes Durcheinander. Was kann ich da schon ausrichten?" Und traurig blieb sie sitzen. "Blumen sind stärker als der Sturm", sagte die andere Biene. Irgendwo müssen noch Blumen sein, und sie brauchen uns, sie brauc
Axel Kühner
29. Jan.
Phantasie oder Glaube
Phantasie ist, einen bunten Regenbogen über den tristen Alltag zu malen. Glaube ist, über dem Grau des Alltags mit seinen Mühen und Leiden, Sorgen und Lasten den Regenbogen Gottes zu wissen. Christen sehen über das Dunkle und Notvolle im Alltag nicht hinweg, aber sie sehen über all dem Grau-in-Grau den bunten Bogen der Treue Gottes. Sie malen ihn nicht einfach darüber, sie sehen ihn darüber. Das eine ist Phantasie, das andere ist Gewissheit. Über unserem Leben leuchtet der Bo
Axel Kühner
28. Jan.
Der alte Jim
Dem Pastor einer Gemeinde in Kenia fiel ein alter, ärmlich wirkender Mann auf, der jeden Mittag um 12 Uhr die Kirche betrat und sie schon nach kurzer Zeit wieder verließ. Eines Tages wartete der Pastor auf den Mann und fragte ihn, was er denn in der Kirche tue. Der Alte antwortete: "Ich gehe hinein, um zu beten!" Auf die verwunderte Feststellung: "Aber du bist niemals lange genug in der Kirche, um wirklich beten zu können!" erklärte der alte Mann: "Ich kann kein langes Gebet
Axel Kühner
27. Jan.
Goldene Äpfel auf silbernen Schalen
Ein Arzt, der in seinem Beruf über Jahrzehnte Erfolg hatte, setzte sich eines Tages hin und schrieb einen Dankesbrief an seine ehemalige Lehrerin, die ihn damals so sehr ermutigt hatte, als er in ihrer Klasse war. Eine Woche darauf erhielt er eine mit zittriger Hand geschriebene Antwort. Der Brief lautete: ‚Mein lieber Willi, ich möchte, dass Du weißt, was mir Dein Brief bedeutet hat. Ich bin eine alte Frau in den Achtzigern, lebe allein in einem kleinen Zimmer, koche mir mei
Axel Kühner
26. Jan.
Mehr als nur ein Wort
Liebe ist ein Geheimnis. Hass ist ein Gefängnis. Liebe bietet ein Heim, in ihr ist jeder gut untergebracht. Hass ist unheimlich und macht aufenthaltslos. Liebe verbindet und Hass zerschneidet. Liebe baut Brücken, und Hass gräbt Gräben. Liebe ist eine Mauer, die einschließt, und eine Tür, die sich weit öffnet. Hass ist eine Mauer ohne Tür, die ausschließt und erdrückt. Liebe ist ein Weg in ein weites Land. Hass ist eine Sackgasse, in der man schließlich vor die Wand läuft. Sic
Axel Kühner
25. Jan.
Vom Dorn zum Edelstein
Ich bin ein Dorn in deiner Krone, der trieb das Blut, Herr, über dein geliebtes Angesicht. Ich bin ein Dorn in deinem Auge, nie hast du es versucht, mich dort herauszuziehen, du Gnade, unbegreiflich! Ich bin ein Dorn in jener Geißel, die deinen Rücken schlug, auf dem du heimträgst mich in deines Vaters Schoß. Ich bin ein Dorn in deinem Herzen, doch zogst du tiefer mich nur noch hinein und sagtest leise, voller Schmerzen: "Das tat ich auch für dich!" Dann starbst du! Wie eine
Axel Kühner
24. Jan.
Trübe Tage
Eine gute Lebensbeschreibung
Die kürzeste Biographie steht auf einem Grabstein irgendwo in England: "Yes, Lord!" Ja, Herr, das ist die beste Lebensmelodie. Darin ist das Wichtigste und Schönste, Größte und Höchste enthalten. Ja, Herr, das sind die gesündesten und verträglichsten Worte. Ja, Herr, das sind die richtigen Worte für Ehe und Familie, Erziehung und Bildung, Gesellschaft und Politik. Ja, Herr, das wäre die Lösung vieler Konflikte und Nöte. Ja, Herr, ist die wichtigste Antwort, die Menschen je ge
Axel Kühner
1. Aug.
Der Klügere gibt nach
John Wesley (1703-1791), der bekannte englische Erweckungsprediger, hatte viele Freunde und Anhänger, aber auch viele Feinde und Gegner. Seine griffigen Predigten waren einigen Zeitgenossen zu direkt und unangenehm, denn John Wesley nannte die Sünde beim Namen und schonte die Sünder nicht. Als Wesley einmal auf einer schmalen Gasse unterwegs war, kam ihm ein Lord entgegen, der auf den Prediger Zorn hatte. Der Lord blieb direkt vor Wesley stehen und sagte scharf: "Ich gehe kei
Axel Kühner
vor 2 Tagen
Heimat
Heimat ist eine prägende, tragende und bleibende Kraft des Lebens. Sie ist Erinnerung und Hoffnung zugleich, Quelle und Einmündung in einem. Heimat ist Herkunft und Zukunft. Wir stammen aus einer Heimat und gehen auf sie zu. Heimat ist geographisch: eine Landschaft mit Flüssen und Bäumen, Dörfern und Städten, Wegen und Straßen. Heimat ist biologisch: Geborenwerden und Heranwachsen, Essen und Trinken, Tageszeiten und Jahreszeiten, Gerüche und Geschmack, Spiele und Abenteuer, K
Axel Kühner
vor 3 Tagen
Christen
Christus allein macht die Christen. Sie sind sein Liebeswerk, darum hören sie auf ihn, gehören ihm an und gehorchen ihm. Hören, gehören, gehorchen ist ihre Lebensmelodie. Mit ihrem Herzen lieben sie Jesus. Mit ihrem Mund loben und bezeugen sie Jesus. Mit ihren Händen arbeiten sie für Jesus. Mit ihrem Leben drücken sie Jesus aus. Mit ihrer Freude danken sie Jesus. Mit ihrem Leid gleichen sie Jesus. Mit ihrem Sterben gehen sie zu Jesus. "Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund un
Axel Kühner
vor 4 Tagen
Warum sind Sie ein Christ?
So wurde ein Inder von einem Freund gefragt. In seiner bilderreichen Sprache antwortete er mit einer Geschichte: "Einst traf ich auf einer Wanderung auf einen Tiger, der mich knurrend verfolgte. Ich rannte um mein Leben und konnte mich schließlich an einer Schlingpflanze in einen Brunnenschacht hinunterlassen. Ich blickte nach oben, wo der Tiger mit seinen wilden Augen auf mich schaute. Ich blickte nach unten und sah zu meinem Entsetzen eine riesige Giftschlange auf dem Boden
Axel Kühner
vor 5 Tagen
Der Stellvertreter
Im letzten Haus des Dorfes, einem alten, halb zerfallenen Speicher, wohnte ein buckliger Mann ganz allein. Er wurde von allen gemieden, denn er war wegen Brandstiftung mit einer schweren Freiheitsstrafe belegt worden. Er hatte einst die Mühle des Dorfes angezündet. Nach langen Jahren kam er aus dem Gefängnis zurück, menschenscheu und noch zusammengefallener als früher. Sogar zum Kinderschreck war er geworden, denn wenn die Kinder nicht brav sein wollten, drohten die Mütter mi
Axel Kühner
vor 6 Tagen
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