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»Gedanken für den Tag«
Wir sind gut gebaut
Gott gab uns zwei Beine, damit wir uns bewegen und vorankommen können. Für einen Standpunkt hätte ein Bein genügt. Gott gab uns zwei Hände, damit wir festhalten und liebhalten, handeln und loslassen, nehmen und geben können. Für ein Handy hätte eine Hand genügt. Gott gab uns zwei Augen, damit wir die Wahrheit und mit Liebe sehen, damit wir immer beide Ansichten, meine und deine, ihre und seine sehen. Zum Rechthaben hätte ein Auge genügt. Gott gab uns zwei Ohren, dass wir sein

Axel Kühner
21. Okt. 2025
Ablenkung
Sie trafen sich: die geplagten Tiere, denen man beleidigende Beinamen gegeben hatte. Die dumme Gans. Dabei hatten ihre Vorfahren Rom gerettet. Das Dreckschwein. Dabei kann es besonders gut Trüffeln suchen. Die diebische Elster. Dabei hat sie einen Sammlertrieb, der jedem Museumsdirektor gut anstünde. Der faule Hund. Dabei ist gerade er der wachsame und treue Freund des Menschen. Der falsche Fuchs. Dabei ist er berühmt für seine Klugheit. Der Dreckspatz. Dabei ist er der char

Axel Kühner
20. Okt. 2025
Man kann seine Meinung doch mal ändern
Ein Mann kommt eines Tages zu einem Priester und bittet ihn, für seinen verstorbenen Hund eine Messe zu lesen. Der Priester lehnt entrüstet ab. Der Mann beteuert, wie sehr er seinen Hund geliebt hat. Der Priester wehrt energisch ab: "Wir lesen keine Messen für Hunde!" Der Mann beschreibt, wie sehr sein Hund ihm ein Freund und Partner und wie treu und ergeben er gewesen sei. Der Priester bleibt hart und rät dem Mann, er solle es doch bei der anderen Konfession versuchen. "Frag

Axel Kühner
19. Okt. 2025
Was kann warten?
"Die Arbeit läuft dir nicht davon, wenn du einem Kind einen Regenbogen zeigst. Aber der Regenbogen wartet nicht, bis du mit der Arbeit fertig bist!" (Aus China) Welche Arbeit kann heute warten, damit ich eine besondere Gelegenheit nicht versäume: einem Kind die bunten Farben des Regenbogens zeigen, einen geliebten Menschen umarmen, die altgewordenen Eltern anrufen, mit den kleinen Enkelkindern spielen, einen Kranken besuchen, mit Gott über mein Leben sprechen? Die Arbeit läuf

Axel Kühner
18. Okt. 2025
Apfeljahr
Der Apfel ist nicht gleich am Baum. Da war erst lauter Blüte. Da war erst lauter Blütenschaum. Da war erst lauter Frühlingstraum aus lauter Lieb und Güte. Dann waren Blätter, grün an grün und grün an grün nur Blätter. Die Amsel nach des Tages Mühn, sie sang ihr Abendlied gar kühn. Und auch bei Regenwetter. Der Herbst, der macht die Blätter steif. Der Sommer muss sich packen. Hei, dass ich auf dem Finger pfeif: da sind die ersten Äpfel reif und haben rote Backen. Und haben

Axel Kühner
17. Okt. 2025
Falsch gewählt - alles richtig gemacht!
London. Ein falsch verbundener Anrufer hat in Großbritannien einer Diabetikerin das Leben gerettet. Wie der "Daily Star" gestern berichtete, war die 32-jährige Karen Tuke in ihrer Wohnung wegen Unterzuckerung zusammengebrochen und dabei mit dem Kopf aufgeschlagen. Ihre vierjährige Tochter Emily und ihr zweijähriger Sohn Stephen wussten nicht, was sie tun sollten, als ihre Mutter bewusstlos liegen blieb. Da klingelte das Telefon. Der Geschäftsmann Carl Harrison hatte sich verw

Axel Kühner
16. Okt. 2025
Die alte Frau Schatt
Die alte Frau Schatt war drei Wochen krank, sie lag zwischen Waschtisch und Kleiderschrank in ihrem Bettzeug aus gelbem Linn und wimmerte leise vor sich hin. Die Busklingeln schrillten, die Sonne schien warm, die Kinder spielten Prinzess und Schandarm. Wer fragt schon in der großen, großen Stadt nach der alten Frau Schatt? Sechs Familien wohnten im gleichen Haus, die gingen geschäftig ein und aus, jeder in Eile, jeder in Hatz. Nur manchmal auf dem Treppenabsatz blieb einer s

Axel Kühner
15. Okt. 2025
Einsamkeit
"Die Mühlbäche, die die Räder der Weltgeschichte bewegen, entspringen an einsamen Stellen!" (Wilhelm Raabe) Mose lebte vierzig Jahre in der Wüste, bevor Gott ihn zum Führer und Befreier seines Volkes machte. Elia floh in die Einsamkeit und wollte sterben, doch Gott machte ihn zu seinem Boten. Jeremia litt unsäglich unter der Einsamkeit seines Prophetenlebens, doch Gott gebrauchte ihn in der Geschichte seines Volkes. Johannes ging in die Wüste und die Jahre der Einsamkeit

Axel Kühner
14. Okt. 2025
Nimmst du mich noch einmal an?
Nimmst du mich noch einmal an? Herr, ich hab so viel getan gegen deinen Willen, deinen Rat. Hat deine Liebe vielleicht ihre Grenzen jetzt erreicht, und du kannst nicht mehr verzeihen, was ich tat? Ging ich auch zuerst nur kleine Schritte fort von dir, so spür ich doch zwischen uns jetzt die Unendlichkeit. Und um jede Stunde ohne dich, alle Tage fern von dir, alle eignen Wege tut es mir heut Leid. Nimmst du mich noch einmal an? Ob es wieder werden kann, so wie damals, als ic

Axel Kühner
13. Okt. 2025
Beizeiten
Einst wurde ein Raubmörder zum Tode am Galgen verurteilt. Der Gefängnisdirektor besuchte den Gefangenen am Abend vor seiner Hinrichtung...

Axel Kühner
12. Okt. 2025
Trübe Tage
Altwerden
Herr, wir wissen nicht, wie viel Zeit Du uns anvertraust. Unsere Tage sind in Deiner Hand. Aber eines merken wir genau, dass wir von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr dem Ziel unseres Lebens näherkommen. Herr, ich denke manchmal darüber nach, wie das sein wird, wenn hier das Leben so weitergeht wie immer -, aber ich bin nicht mehr da. Die Straßenbahnen quietschen um die Ecken. Die Kehrmaschine säubert die Rinnsteine. Im Betrieb geht jeder wie immer seiner Arbeit nach, frühstückt,

Axel Kühner
vor 2 Tagen
Was ist der Mensch?
In seinen Roman "Krebsstation" hat Solschenyzin eine alte islamische Legende eingeflochten: Warum wird der Mensch 100 Jahre alt? Allah verteilte das Leben und gab jedem Tier 50 Jahre. Der Mensch kam als letzter an die Reihe, und Allah hatte nur noch 25 Jahre zu vergeben. Der Mensch jammerte: "Das ist mir zu wenig!" - "Na", sagte Allah, "dann mach dich auf den Weg, vielleicht hat jemand von den Tieren ein paar Jahre übrig und gibt sie dir ab." Und der Mensch begegnete dem Pfer

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Feindesliebe
Es gibt Widrigkeiten im Leben und Feinde des Menschen. Sehr nüchtern geht die Bibel davon aus, dass Feinde da sind. Aber Jesus gibt uns einen guten Rat, wie wir mit dieser Feindseligkeit umgehen können. Wer seine Feinde hasst, die Rache oder Vergeltung selbst in die Hand nimmt, macht sich nur selbst kaputt und gibt dem anderen große Macht. Wer einen Menschen Hasst und sich an ihm rächen will, gibt ihm weitreichende Macht über sein Leben. Der andere wird über den Schlaf, den A

Axel Kühner
vor 4 Tagen
Schlagfertig oder zum Verständnis bereit?
Von Johann Peter Hebel gibt es eine Geschichte von einem Bauern, der eines Tages den Lehrer im Feld trifft. "Ist es noch Euer Ernst, Schulmeister, was Ihr gestern den Kindern erklärt habt: So dich jemand schlägt auf deine rechte Backe, dem biete auch die andere dar?" Der Schulmeister sagt: "Es steht im Evangelium!" Also gab ihm der Bauer eine Ohrfeige und die andere auch, denn er hatte schon lange einen Verdruss auf ihn. Indem reitet in einer Entfernung der Edelmann vorbei un

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Zufrieden
Der weise Philosoph Diogenes hatte im Flusswasser ausgiebig gebadet und ruhte nun auf einem Felsen in der Sonne. Ihre Wärme tat dem Mann gut, und er genoss die kostenlose Wohltat. Da ritt Alexander von Mazedonien mit einem großen Gefolge und herrlicher Pracht vorbei. Als er den armen Philosophen sah, dauerte der ihn, und er sagte: "Ach, du armseliger Mensch, bitte mich, und ich werde dir geben, was du auch möchtest!" Diogenes antwortete höflich: "Ich bitte dich herzlich: Geh

Axel Kühner
vor 6 Tagen
Typisch Pferd
Ein Pferd spricht: "Die Menschen lassen sich nicht von Taten, sondern von Worten leiten. Zu solchen Worten, die bei ihnen als sehr wichtig gelten, gehören die Worte: mein, meine, die sie in Verbindung mit verschiedenen Sachen, Geschöpfen und Gegenständen gebrauchen, sogar mit Erde, Menschen und Pferden. Über ein einzelnes Ding machen sie aus, dass nur einer 'meins' zu sagen habe. Und derjenige, der von den meisten Dingen 'meins' sagen kann, der gilt bei ihnen als der Glücklic

Axel Kühner
14. Sept.
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