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»Gedanken für den Tag«
Das Leben ist gerichtet
Das bedeutet dreierlei: 1. Das Leben hat nur eine Richtung. Es ist schöpfungsmäßig begrenzt und geht auf ein Ziel hin. Unser Leben ist auf eine Vollendung hin gerichtet. Wir kommen nie zurück. Jeden Tag haben wir nur einmal. Der Strom der Zeit fließt unaufhörlich weiter. Und niemand schwimmt gegen diesen Strom. Das macht die Einmaligkeit, aber auch die Ernsthaftigkeit unseres Lebens aus. Unser Leben ist gerichtet! 2. Das Leben steht nicht nur unter dem Segen Gottes, sondern a

Axel Kühner
20. Nov. 2025
Versandete Tage
Herr, mein Gott, es gibt Tage, an denen alles versandet ist: die Freude, die Hoffnung, der Glaube, der Mut. Es gibt Tage, an denen ich meine Lasten nicht mehr zu tragen vermag: meine Krankheit, meine Einsamkeit, meine ungelösten Fragen, mein Versagen. Herr, mein Gott, lass mich an solchen Tagen erfahren, dass ich nicht allein bin, dass ich nicht durchhalten muss aus eigener Kraft, dass du mitten in der Wüste einen Brunnen schenkst und meinen übergroßen Durst stillst. Lass

Axel Kühner
19. Nov. 2025
Flucht oder Zuflucht
Unser ganzes Leben ist eine Flucht, eine Flucht vor Gott, vor einander, vor uns selbst, vor der Wahrheit, vor dem Leid, vor dem Tod, vor der Verantwortung. Adam verbarg sich mit Eva nach ihrer Sünde vor Gott. Und Gott suchte ihn und fragte: Adam, wo bist du? Kain erschlug seinen Bruder und musste unstet und flüchtig sein. Er lebte hinfort jenseits von Eden im Lande Nod, das heißt übersetzt: Flucht, Ruhelosigkeit, Heimatlosigkeit, Unstetigkeit. Jakob hatte seinen Vater belogen

Axel Kühner
18. Nov. 2025
Still, aber mutig
Gerhard Tersteegen lebte von 1697 bis 1769 und gehörte als Mystiker zu den Stillen im Lande. Seine vielen Lieder singen von der innigen Jesusliebe und rühren immer wieder die Menschen in der Tiefe der Seele an. "Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten ..." "Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart ..." "Dass du mich stets umgibest, dass du mich herzlich liebest und rufst zu dir hinein, dass du vergnügst alleine, so wesentli

Axel Kühner
17. Nov. 2025
Sich selbst erkennen
Eine Geschäftsfrau verstaute nach ihrem Einkauf im Wohnzimmerschrank eine Dose mit kostbaren Pralinen. Als sie am Abend die Dose zur Hand nahm, um einige der erlesenen Köstlichkeiten zu genießen, war die Dose leer. Am nächsten Tag fand sie die Pralinen sorgfältig verpackt unter den Sachen ihrer Haushälterin. Die gutherzige Frau wollte deswegen keine Szene oder einen Streit. So füllte sie kurzerhand die Pralinen wieder in die Dose und stellte sie in den Wohnzimmerschrank zurüc

Axel Kühner
16. Nov. 2025
Worte richtig verstehen
Ein Dorfschmied bekam einen Lehrling, der das schwere Handwerk erlernen wollte. Der Meister nahm den Jungen mit in seine Schmiede und erklärte ihm die Geräte und Arbeitsweise. Und dann ging es auch gleich an die erste Arbeit. Der Schmied erklärte seinem Lehrling: "Wenn ich das Eisen aus dem Feuer nehme, lege ich es auf den Amboss. Und sobald ich mit dem Kopf nicke, schlägst du mit deinem Hammer drauf!" Der Lehrling tat ganz genau, was er meinte, dass der Meister es gesagt hat

Axel Kühner
15. Nov. 2025
Trauer und kein Trost
In seinem berühmten Roman "Die Brüder Karamasow" erzählt Dostojewski von einer Mutter, die über den Verlust ihres kleinen Jungen so untröstlich und verzweifelt ist, dass sie den bekannten Starzen Sosima um Rat und Trost bittet. "Es ist", sagte der Starze, "es ist wie in uralten Zeiten: ‚Rahel beweinte ihre Kinder und wollte sich nicht trösten lassen, denn es war aus mit ihnen.’ So ist nun mal das Los, das euch Müttern auf Erden beschieden ist. Tröste dich also nicht, du brauc

Axel Kühner
14. Nov. 2025
Mit aller Macht
In sicher mehr als tausendundeinem Märchen geht es darum, dass der Held durch tausendundeine Schwierigkeit schließlich sein Ziel erreicht. Der edle Prinz sucht seine schöne Prinzessin, der König mit aller Macht sein Reich, der Kranke unter allen Umständen die Heilung und der Weise mit aller Sehnsucht die Erleuchtung. Alle müssen, um ihr Ziel zu erreichen, in der Regel schwierige Aufgaben lösen, große Opfer bringen, mächtige Gegner überwinden, gegen böse Mächte gewinnen, reiße

Axel Kühner
13. Nov. 2025
Was das Leben alles so bringt ...
Für die Inseln des Trostes mitten in einem Meer von Leid danke ich dir, Herr, du mein Gott. Du führst mich durch unwegsame Schluchten, großen Schrecken bin ich ausgeliefert und bin dennoch behütet. Meine Kraft ist längst erschöpft, aber du trägst mich hindurch. Nicht dass die Stimmen des Misstrauens und des Sichauflehnens verstummt wären in meinem Herzen, aber ich weiß, dass sie Unrecht haben. Sie verlieren ihre Macht, wenn ich deine Stimme erhorche. Du sagst zu mir: "Fürchte

Axel Kühner
12. Nov. 2025
Die Legende von den Worten
Es hat Gott in jedes Herz ein gewisses Wort gelegt, das für diesen bestimmten Menschen gut und heilsam und erlösend wäre, wenn er es in der rechten Stunde brauchte. Einmal in seiner Jugend liebt er ein Mädchen, es mag Hanna heißen. Er spricht mit ihr beim Kirchgang und führt sie zum Tanz, weil ihre Augen so brennen und weil sie so schwer auf seiner Schulter liegt. Der Mann hat tausend schöne Worte für das Mädchen, "immer" sagt er und "ewig" und "lass den Riegel offen" - unzä

Axel Kühner
11. Nov. 2025
Trübe Tage
Warum sind Sie ein Christ?
So wurde ein Inder von einem Freund gefragt. In seiner bilderreichen Sprache antwortete er mit einer Geschichte: "Einst traf ich auf einer Wanderung auf einen Tiger, der mich knurrend verfolgte. Ich rannte um mein Leben und konnte mich schließlich an einer Schlingpflanze in einen Brunnenschacht hinunterlassen. Ich blickte nach oben, wo der Tiger mit seinen wilden Augen auf mich schaute. Ich blickte nach unten und sah zu meinem Entsetzen eine riesige Giftschlange auf dem Boden

Axel Kühner
vor 17 Stunden
Der Stellvertreter
Im letzten Haus des Dorfes, einem alten, halb zerfallenen Speicher, wohnte ein buckliger Mann ganz allein. Er wurde von allen gemieden, denn er war wegen Brandstiftung mit einer schweren Freiheitsstrafe belegt worden. Er hatte einst die Mühle des Dorfes angezündet. Nach langen Jahren kam er aus dem Gefängnis zurück, menschenscheu und noch zusammengefallener als früher. Sogar zum Kinderschreck war er geworden, denn wenn die Kinder nicht brav sein wollten, drohten die Mütter mi

Axel Kühner
vor 2 Tagen
Der deinen Mund fröhlich macht
Der Mund ist die Öffnung zum Leben. Durch ihn atmen wir Lebens-Stoffe ein und Schadstoffe aus. Mit ihm trinken wir und stillen unseren Durst nach frischem Wasser. Mit ihm essen und schmecken wir, was zur Ernährung und Erhaltung lebensnotwendig ist. Mit ihm sprechen wir und teilen uns anderen mit. Mit ihm singen wir und drücken unsere Freude, Sehnsucht und Trauer aus. Mit ihm küssen wir als Zeichen der besonderen Liebe und Nähe zu einem Menschen. Und mit dem Mund beten wir zu

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Wer kann am weitesten sehen?
Vor einem großen Mietshaus spielen die Kinder auf der Straße. Sie kommen beim Spiel auf die Frage, wer von den Kindern aus seiner Wohnung am weitesten sehen kann. Der Junge aus dem ersten Stock meint, er könne weit über die Felder und Wiesen sehen. Das Mädchen aus dem zweiten Stock behauptet, es könne in der Ferne den Deich vor dem Meer erkennen. Der Junge aus dem dritten Stock gar erklärt, er sehe bis aufs Meer und könne die Schiffe am Horizont erkennen. Die kleine Tochter d

Axel Kühner
vor 4 Tagen
Wann wird es Sonntag?
Eines Tages kamen unter einem großen Baum, so erzählt eine afrikanische Sage, die Tiere zusammen, weil auch sie - wie die Menschen - einen Sonntag haben wollten. Der König der Tiere, der Löwe, erklärte: Das ist ganz einfach. Wenn ich eine Gazelle verspeise, dann ist für mich Sonntag. Das Pferd meinte: Mir genügt schon eine weite Koppel, dass ich stundenlang austraben kann, dann ist für mich Sonntag. Das Schwein grunzte: Eine richtige Dreckmulde und ein Sack Eicheln müssen her

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Fortsetzung folgt
Winston Churchill fiel als Kind einmal im Park seines Elternhauses in einen Teich. Der Gärtner des Vaters rettete den Jungen vor dem Ertrinken. Winston Churchills Vater wollte diese gute Tat belohnen. Und so bezahlte er dem Sohn des Gärtners, der ein begabter Junge war, die Ausbildung und das Medizinstudium. Aus ihm wurde ein guter Mediziner und der bekannte Forscher Alexander Flemming. Er erfand das Penicillin und wurde weltberühmt. Als Winston Churchill später an einer schw

Axel Kühner
vor 6 Tagen
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