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»Gedanken für den Tag«
Blind und sehend?
Ein Ehepaar hatte eine sehr hässliche Tochter. Lange blieb sie bei den Eltern, da kein Mann sich fand, sie zu heiraten. Schließlich kam ein blinder Mann, der sie liebte und heiratete. Die beiden wurden glücklich. Da kam eines Tages ein Arzt in ihr Leben, der versprach, dem Mann das Augenlicht wiedergeben zu können. Nun mischte sich in die Hoffnung auf eine Heilung auch die Angst vor der Zerstörung des Glücks. Sollte der Ehemann einer hässlichen Frau am Ende lieber blind bleib

Axel Kühner
30. Apr.
Wo wohnt Gott?
Im Kindergarten unterhalten sich die Kinder mit der Erzieherin über Gott. "Gott wohnt im Himmel", meinen die einen. "Gott wohnt auf Erden unter den Menschen", sagen die anderen. Schließlich löst ein kleiner Junge, dessen Vater Arzt ist, die schwierige Frage auf eine ganz lockere Art: "Wohnen tut Gott im Himmel, aber seine Praxis hat er in der Kirche!" Wie schön wäre es, wenn Gott, der in einem Licht wohnt, wo niemand hinkommen kann, seine Praxis nicht nur in den Kirchen und G

Axel Kühner
29. Apr.
Gott ist überall
Ein Ungläubiger fragte einmal einen Rabbi, warum Gott einen Dornbusch auswählte, um daraus mit Mose zu reden. Der Rabbi antwortete: "Hätte Gott einen Johannisbrotbaum oder einen Maulbeerbaum gewählt, so würdest du doch die gleiche Frage stellen. Doch ich will dir eine Antwort geben: Gott nahm den ärmlichen, stacheligen und kleinen Dornbusch, um uns zu zeigen, dass es keinen Ort auf Erden gibt, an dem Gott nicht gegenwärtig und mächtig ist. Noch nicht einmal einen Dornbusch!"

Axel Kühner
28. Apr.
Die Fachleute haben immer recht!
Ein Mann starb. Der Priester war dabei, und der Arzt stellte den amtlichen Totenschein aus. Familie und Freunde des Mannes kamen zur Beerdigung, und die Nachbarn trugen ihn zu Grabe. Als sie den Sarg in das Grab hinablassen wollten, kam der Mann plötzlich wieder zu sich und schlug heftig gegen den Sargdeckel. Erschrocken öffneten sie den Sarg. Der Mann richtete sich auf. "Was tut ihr?" fragte er die staunende Menge. "Ich lebe, ich bin nicht tot!" Verwundert schwiegen die Leut

Axel Kühner
27. Apr.
Gott nimmt uns nichts weg
Der römische Kaiser sagte einst spöttisch zu einem Rabbi: "Euer Gott ist doch ein Dieb, denn es heißt in Euren Schriften, dass Gott dem Adam eine seiner Rippen wegnahm!" Der Rabbi lachte und antwortete: "Diebe kamen gestern Nacht zu uns ins Haus. Sie haben uns einen silbernen Krug geraubt und uns statt dessen einen goldenen Krug gebracht!" - "Ach", sagte der Kaiser, "solche Diebe könnten doch jede Nacht kommen." - "Genau", sagte der Rabbi, "war es nicht Adams Gewinn, dass Got

Axel Kühner
26. Apr.
Krank und gesund
Es gibt den Weg, die Bewegung, den Gang der sechs Tage. Sie sind Alltage und enthalten das Wirken. Und es gibt das Ziel, das Zuhause, die Ruhe, das Vollkommene, den siebten Tag. Er ist der heilige Tag und enthält den Segen Gottes. Die sechs Tage und der siebte Tag finden ihre Entsprechung im Menschen. Die sechs Tage bedeuten die Wirklichkeit des Tuns und Handelns, des Sichtbaren und Gewöhnlichen, des Alltäglichen und Praktischen. Der siebte Tag ist die Wirklichkeit des Verbor

Axel Kühner
25. Apr.
Weg und Ziel
Die Schöpfung der Welt ist ein wunderbarer Weg. Am Anfang steht das Chaos, ein Tohuwabohu, ein von Finsternis beherrschter, bodenloser Abgrund. In dieses Chaos tritt Ordnung, in das "Wüst und Leer" die schöpferische Form und in die Finsternis das Licht aus Gott. In sechs Tagen geht Gott einen Weg der Schöpfung, und alles wird Gestalt nach seiner Liebe und seinem Plan. Die Schöpfung der Welt hat aber auch ein wunderbares Ziel, die Vollendung und Heiligung, die Segnung und Ruhe

Axel Kühner
24. Apr.
Aus einem April
"Wieder duftet der Wald. Es heben die schwebenden Lerchen mit sich den Himmel empor, der unseren Schultern schwer war; zwar sah man noch durch die Äste den Tag, wie er leer war, - aber nach langen, regnenden Nachmittagen kommen die goldübersonnten neueren Stunden, vor denen flüchtend an fernen Häuserfronten all die wunden Fenster furchtsam mit Flügeln schlagen. Dann wird es still. Sogar der Regen geht leiser über der Steine ruhig dunkelnden Glanz. Alle Geräusche ducken sich g

Axel Kühner
23. Apr.
Jesus ist unter uns
Der alte Abt eines berühmten Klosters war traurig darüber, dass kaum noch junge Mönche in das Kloster kamen und ihr Dienst mit ihnen alt und schwach geworden war. Da suchte er bei einem Rabbi einen Rat, und der gab ihm eine Weisung mit, die der Abt aber nur einmal seinen Klosterbrüdern sagen sollte: "Der Messias ist unter euch!" Als der Abt diesen Satz einmal seinen Brüdern gesagt hatte, gingen sie ganz anders miteinander um, feierten ganz anders ihre Gottesdienste und Gebets

Axel Kühner
22. Apr.
Die religiöse Pflicht
Ein Rabbi ging mit seinen Schülern aus dem Lehrhaus und sagte ihnen, er wolle noch eine religiöse Pflicht erfüllen. Die Schüler fragten ihn: "Wo gehst du hin?" Er antwortete: "Ich gehe ins Badehaus, um zu baden." Die Schüler fragten verwundert, ob das denn nun eine religiöse Pflicht sei. Der Rabbi antwortete: "Wenn schon die Statuen der Könige in den Parks täglich geputzt und gewaschen werden, wieviel mehr ist das für einen Lebenden, der nach dem Ebenbilde des lebendigen Gott

Axel Kühner
21. Apr.
Trübe Tage
Die Rose von Jericho
Die Legende erzählt von der Rose aus Jericho. Sie blüht in herrlicher Pracht und duftet mit wunderbarer Süße, solange sie genügend Wasser aus dem Boden beziehen kann. Wenn kein Regen mehr fällt und die Feuchtigkeit des Bodens nachlässt, rollt sie sich zusammen wie ein Ball. Bevor ihre Wurzeln austrocknen, rollt sie sich zusammen und lässt sich vom Wind forttreiben, um irgendwo, wo es Wasser gibt, wieder zu blühen und zu duften. Wenn jeder von uns, wenn die Wasser des Lebens u

Axel Kühner
vor 24 Stunden
Unsere Werke sind Gottes Werke
Kann man Christen an guten Werken erkennen? Christen sind zuerst einmal gute Werke Gottes. Christen sind das Liebeswerk Gottes, und als solche tun sie dann auch gute Werke, Werke der Liebe. Wer sich gefallen lässt, was Gott so gerne an uns tut, der wird dann auch gerne tun, was Gott gefällt. Wer sich von Christus dienen lässt, der wird dann auch ihm mit seinem ganzen Leben dienen wollen. Wir können nichts für Gott tun, wenn wir nicht empfangen haben, was er für uns getan hat.

Axel Kühner
vor 2 Tagen
Die vereitelte Scheidung
Es geschah einmal, dass eine Frau in Sidon mit ihrem Mann zehn Jahre lang lebte, ohne dass sie ein Kind gebar. Dem Gesetz in diesen Angelegenheiten folgend, gingen sie zum Rabbi, um sich scheiden zu lassen. Der Rabbi sprach zu ihnen: "Bei eurem Leben! Wie ihr, als ihr euch trauen ließet, bei einem festlichen Gelage zusammenkamt, so solltet ihr auch jetzt nicht ohne ein festliches Gelage auseinandergehen." Sie folgten dem Rat des Rabbi und bereiteten ein großes Fest. Als der M

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Manchmal ist mein Gebet
Manchmal ist mein Gebet so wie ein Arm, den ich nach oben recke, um dir zu zeigen, wo ich bin, inmitten von Milliarden Menschen. Manchmal ist mein Gebet so wie ein Ohr, das auf ein Echo wartet, auf ein leises Wort, einen Ruf aus deinem Mund. Manchmal ist mein Gebet wie eine Lunge, die sich dehnt, um frischen Wind in mich hineinzuholen - deinen Hauch. Manchmal ist mein Gebet wie eine Hand, die ich vor meine Augen lege, um alles abzuschirmen, was mir den Blick verstellt. Manchm

Axel Kühner
vor 4 Tagen
Alter und Lebensalter
Jedes Lebensalter hat seinen Zauber und seine Mühe. Die Kindheit ist die Zeit des Entdeckens und Spielens, des Träumens und Lernens. Und wie viel Schmerzen und Tränen sind darin! Die Jugend ist die Zeit des Wählens und Findens. Ausbildung und Beruf, Freunde und Lebenspartner, Lebensaufgabe und Lebensziel werden gesucht und gefunden. Welch ein Abenteuer und Anstrengung zugleich! Die Zeit der Erwachsenen ist die Zeit des Ausgestaltens und Verwirklichens. Ausbauen und Festmachen

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Sieg oder Niederlage
Wo verläuft die Grenze zwischen Erfolg und Misserfolg? Ist die Atombombe ein Erfolg? Ist die moderne Industrie ein Fortschritt oder der Anfang vom Untergang? Ist Reichtum ein Erfolg oder die teuerste Form des Scheiterns? Ist die Ehe eine Erfüllung oder der stärkste Ausdruck einer Sehnsucht? Ist die moderne Medizin die Bewahrung oder die Entwürdigung des Lebens? Eröffnen Erfolge wirklich die Freiheit des Lebens oder führen sie nur in goldene Käfige? Ist unter dem lieblichen Ma

Axel Kühner
vor 6 Tagen
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