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»Gedanken für den Tag«
Vom Winde verweht
Der kleine Prinz durchquerte die Wüste und begegnete nur einer Blume mit drei Blütenblättern, einer ganz armseligen Blume. "Guten Tag", sagte der kleine Prinz. "Guten Tag", sagte die Blume. "Wo sind die Menschen?" fragte höflich der kleine Prinz. Die Blume hatte eines Tages eine Karawane vorüberziehen sehen. "Die Menschen? Es gibt, glaube ich, sechs oder sieben. Ich habe sie vor Jahren gesehen. Aber man weiss nie, wo sie zu finden sind. Der Wind verweht sie. Es fehlen ihnen d

Axel Kühner
21. Mai
Geneigtes Leben
Reife Ähren erkennt man am gebeugten Halm. Beugen ist nicht Ausdruck der Schwäche, sondern sichtbares Zeichen der Reife. Bäume neigen sich, wenn Früchte wachsen. Geneigtes Leben ist wertvoller, als hartnäckig und halsstarrig vor sich selbst zu stehen. Beugen und Neigen greift nach dem höchsten Ziel, um im Staunen und Anbeten über sich hinauszuleben. Sich überheben und sich vermessen stürzt dagegen in die tiefsten Abgründe. Der Höhe unserer Berufung, Gottes Kinder und Haushalt

Axel Kühner
20. Mai
Sehnsucht
"Die Sehnsucht gibt dem Herzen Tiefe." (Augustin) Wer nicht mehr offen und aufbruchbereit ist, lebt flach und oberflächlich. Nur wo Menschen noch auf Größeres und Weiteres, Höheres und Tieferes aus sind, bleibt das Leben lebendig. Nur wenn wir noch auf Letztes und Vollkommenes warten, nur wenn wir als Menschen noch mit Gott rechnen, bleiben die Tage spannend und bleibt das Leben dynamisch. Die Sehnsucht, die im Menschen wohnt und ihn wach und in Bewegung hält, ist die Sehnsuc

Axel Kühner
19. Mai
Zielorientiert leben
Charlie Brown übt mit Pfeil und Bogen. Er schießt auf eine Wand und, wo der Pfeil gerade hingetroffen hat, malt er den Kreis darum und die Zwölf auf das Einschußloch. So hat er immer das Ziel getroffen. Jemand, der zuschaut, sagt: "Charlie, das geht anders herum. Du musst erst die Zwölf und den Kreis malen, und dann mit dem Pfeil die Mitte treffen!" Machen wir es nicht auch oft so? Menschen leben, und wohin sie gerade gekommen sind, machen sie den Kreis und haben das Ziel get

Axel Kühner
18. Mai
Wie ein Augapfel
Unser menschliches Auge ist ein Wunderwerk. Der Augapfel liegt geschützt in der von Knochenwänden gebildeten Augenhöhle mit den Augenmuskeln, Nerven und Gefäßen eingebettet in Fettgewebe. Der überaus empfindliche innere Teil des Auges wird von drei Häuten sorgsam geschützt. Die Lederhaut, die vorne in die Hornhaut übergeht, bildet die äußere Schutzschicht. Die mittlere Haut ist die Aderhaut, die die innerste Schicht, die Netzhaut, mit Blutgefäßen versorgt. Die Lider mit ihren

Axel Kühner
17. Mai
Gewinn und Verlust
Es gibt nur einen wirklichen und am Ende noch gültigen Gewinn für mich, wenn Gott mich ganz gewonnen hat. Es gibt nur ein wirkliches und am Ende nicht entschuldbares Versagen, wenn ich mich Gott versagt habe. Alles, was bei Menschen Versagen genannt wird, kann Gott in seiner Liebe vergeben. Aber wer sich Gott selber versagt, richtet eine Mauer der Trennung auf, die Gott nicht gewaltsam einrennt. Auf unser menschliches Versagen hin gibt Gott uns seine Zusage: "Ich will ihnen v

Axel Kühner
16. Mai
In die Geschichte eingehen
Unterwegs frage ich einen jungen Mann, was er so macht. "Ich suche noch meinen Platz!" - "Was würden Sie denn am liebsten tun?" - "Ich würde gern etwas schaffen, wovon man in 500 Jahren noch redet!" Das ist der Traum vieler Menschen: in die Geschichte eingehen, etwas Bleibendes wirken, über das Vergängliche und Vergebliche hinaus wirken. Gott gab uns das Leben nicht, damit wir es vertändeln. Wir haben den Kopf nicht nur zum Huttragen oder Essen. Unsere Hände wollen nicht nur

Axel Kühner
15. Mai
Mutterhände
Es war einmal eine arme Schneiderfamilie mit vielen Kindern. Hans, der Älteste, sollte in die Welt hinausziehen, um selbst seinen Unterhalt zu verdienen. Beim Abschied streichelte ihn die Mutter mit ihren abgearbeiteten Händen, die rau und rissig von all den Mühen waren. Hans schloss sich auf seiner Wanderung zwei Prinzen an und wurde ihr Diener. Sie kamen in eine Stadt, in der die Leute erzählten, der König des Landes wolle dem seine hübsche Tochter zur Frau geben, der eine

Axel Kühner
14. Mai
Ein Haus
Ein Makler wollte einer jungen Frau ein Haus verkaufen. Ihre Antwort: "Wozu brauche ich ein Haus? Ich wurde im Krankenhaus geboren, im Kindergarten verwahrt, im College erzogen, in einem Auto bekam ich meinen Heiratsantrag, in der Kirche heiratete ich, wir essen in Restaurants, die Vormittage verbringe ich im Büro, die Nachmittage in Cafes, abends gehen wir ins Kino oder zum Tanzen. Und wenn ich sterbe, werde ich vom Bestattungsinstitut beerdigt. Alles, was ich brauche, ist e

Axel Kühner
13. Mai
Die Rose von Jericho
Die Legende erzählt von der Rose aus Jericho. Sie blüht in herrlicher Pracht und duftet mit wunderbarer Süße, solange sie genügend Wasser aus dem Boden beziehen kann. Wenn kein Regen mehr fällt und die Feuchtigkeit des Bodens nachlässt, rollt sie sich zusammen wie ein Ball. Bevor ihre Wurzeln austrocknen, rollt sie sich zusammen und lässt sich vom Wind forttreiben, um irgendwo, wo es Wasser gibt, wieder zu blühen und zu duften. Wenn jeder von uns, wenn die Wasser des Lebens u

Axel Kühner
12. Mai
Trübe Tage
Den richtigen Weg wissen
Ein großes Passagierschiff gelangt vor den Hafen und wartet auf die Einfahrt in die Flussmündung. Der alte Kapitän begrüßt den Lotsen, einen ganz jungen Mann, der gerade sein Examen bestanden hat. Etwas besorgt fragt der Kapitän den jungen Lotsen: "Kennen Sie denn auch alle die Klippen und Gefahren, Sandbänke und flachen Stellen in dem Fluss?" Der junge Lotse antwortet: "Nein, ich kenne nicht alle gefährlichen Stellen des Flusses, aber ich kenne die Fahrrinne ganz genau, durc

Axel Kühner
vor 17 Stunden
Schauen und Staunen
Um die Beziehung zwischen Gott und seiner Welt zu umschreiben, haben die Inder ein wunderbares Bild gebraucht: "Gott tanzt seine Schöpfung." Er ist der Tänzer, die Schöpfung der Tanz. Sie sind eins und sind doch zwei. Der Tänzer ist etwas anderes als der Tanz. Und doch gibt es das eine nicht ohne das andere. Wenn der Tänzer einhält, gibt es keinen Tanz mehr. Der Tänzer geht in seinem Tanz nicht auf, aber er kommt in ihm zum Ausdruck. So ist auch die Schöpfung der Ausdruck ein

Axel Kühner
vor 2 Tagen
Sommer
Atme, Seele, erhöhter, weil du den Sommer lobst. Dunkler, goldener und röter schwellen dir Reben und Obst. Goldene Schatten schweben. Sind sie nicht mehr verbannt? Träuft dir von selber das Leben in die lässige Hand? Oft hat sie fruchtlos gegriffen. Nun auf einmal geschah's. Sieh, es leuchten geschliffen Birnen wie Goldtopas. Und wie weit du auch gingest, wölbt sich das funkelnde Haus. Singe, Seele, du singest nie das Irdische aus. (Werner Bergengruen) Wenn wir schon das Irdi

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Steigerung
Der Sommer ist die Zeit der Steigerung und Reife. Alles wächst aus zur ganzen Süße und Schwere. Unter dem Glanz und der Kraft der Sommersonne reifen die Ähren und Beeren, die Früchte und Reben. Das Jahr findet seinen Höhepunkt. Auch für unseren Glauben wünschen wir uns eine solche Zeit der Steigerung und Reife, des Wachsens und Vollendetwerdens. Unter der Liebe Jesu soll unser Vertrauen reifen und fest werden. Die Sommerzeit erinnert uns auch daran, dass die letzte Ausreifung

Axel Kühner
vor 4 Tagen
Glaubensfrüchte
Das Ziel des Sommers ist die Frucht: der Weizen auf den Feldern, das Obst an den Bäumen, die Früchte im Garten, der Wein in den Bergen. Es geht im Leben um das Aufblühen und im Aufblühen um das Fruchtbringen. "Gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe." (Paul Gerhardt) So soll die Kraft Jesu auch in unserem Leben zur Entfaltung kommen. Es geht darum, dass unser Leben unter der Sonne der Liebe Jesu zur ganzen Schönheit aufblüht.

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Eingepflanzt
Jede Pflanze hat ihre Eigenart und Identität. Sie ist unverwechselbar und einzigartig, ein Getreidehalm, eine Sommerblume, ein Obstbaum, ein Weinstock. Aber um leben, sich entfalten und wachsen zu können, brauchen alle Pflanzen den Lebenszusammenhang der vier Elemente. Sie brauchen Erde, um Wurzeln und Halt finden zu können. Sie brauchen Wasser, um aus der Erde die Nährstoffe aufnehmen zu können. Sie brauchen die Luft und die Lebensstoffe, die sie enthält, und schließlich auc

Axel Kühner
vor 6 Tagen
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