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»Gedanken für den Tag«

Geneigtes Leben

Autorenbild: Wilhelm Sonnemann
Wilhelm Sonnemann
20. Mai
1 Min. Lesezeit

Reife Ähren erkennt man am gebeugten Halm. Beugen ist nicht Ausdruck der Schwäche, sondern sichtbares Zeichen der Reife.

Bäume neigen sich, wenn Früchte wachsen. Geneigtes Leben ist wertvoller, als hartnäckig und halsstarrig vor sich selbst zu stehen.

Beugen und Neigen greift nach dem höchsten Ziel, um im Staunen und Anbeten über sich hinauszuleben. Sich überheben und sich vermessen stürzt dagegen in die tiefsten Abgründe.

Der Höhe unserer Berufung, Gottes Kinder und Haushalter zu sein, entspricht die Tiefe der Beugung. Der Größe des Lebens entspricht die Tiefe der Neigung.

1. Neigen ist Anbetung und Verherrlichung Gottes. Wir beugen uns, um Gott zu erheben. Bevor andere Mächte uns schändlich beugen, beugen wir uns fröhlich vor dem Lebendigen.

2. Neigen ist Gehorsam und Nachfolge Jesu. Wir beugen uns vor Christus, um damit gegen vieles andere aufzustehen.

3. Neigen ist Ausdruck besonderer Gaben und Aufgaben. Hohe Berufungen machen uns nicht stolz, sondern demütig und mutig.

4. Neigen ist, Lasten und Leiden zu tragen. Manche Not wird unser Leben beugen. Und wir sehen darin das Reifwerden besonderer Lebensfrüchte.

5. Neigen ist Zuneigung und Liebe. Wirkliche Liebe wird es nur in der Gestalt tiefer Zuneigung geben. Wer einem anderen ganz zugeneigt ist, vergibt sich nichts, aber er schenkt viel und gewinnt dabei an Größe.


Ich neige mein Herz, zu tun deine Gebote.

Psalm 119,112

Axel Kühner "Eine gute Minute, 365 Impulse zum Leben" © 1994 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 11. Auflage 2015 /

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

 
 
 
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