top of page

»Gedanken für den Tag«

  • AutorenbildAxel Kühner

Geneigtes Leben

Reife Ähren erkennt man am gebeugten Halm. Beugen ist nicht Ausdruck der Schwäche, sondern sichtbares Zeichen der Reife.

Bäume neigen sich, wenn Früchte wachsen. Geneigtes Leben ist wertvoller, als hartnäckig und halsstarrig vor sich selbst zu stehen.

Beugen und Neigen greift nach dem höchsten Ziel, um im Staunen und Anbeten über sich hinauszuleben. Sich überheben und sich vermessen stürzt dagegen in die tiefsten Abgründe.

Der Höhe unserer Berufung, Gottes Kinder und Haushalter zu sein, entspricht die Tiefe der Beugung. Der Größe des Lebens entspricht die Tiefe der Neigung.

1. Neigen ist Anbetung und Verherrlichung Gottes. Wir beugen uns, um Gott zu erheben. Bevor andere Mächte uns schändlich beugen, beugen wir uns fröhlich vor dem Lebendigen.

2. Neigen ist Gehorsam und Nachfolge Jesu. Wir beugen uns vor Christus, um damit gegen vieles andere aufzustehen.

3. Neigen ist Ausdruck besonderer Gaben und Aufgaben. Hohe Berufungen machen uns nicht stolz, sondern demütig und mutig.

4. Neigen ist, Lasten und Leiden zu tragen. Manche Not wird unser Leben beugen. Und wir sehen darin das Reifwerden besonderer Lebensfrüchte.

5. Neigen ist Zuneigung und Liebe. Wirkliche Liebe wird es nur in der Gestalt tiefer Zuneigung geben. Wer einem anderen ganz zugeneigt ist, vergibt sich nichts, aber er schenkt viel und gewinnt dabei an Größe.


Ich neige mein Herz, zu tun deine Gebote.

Psalm 119,112

 

Axel Kühner "Eine gute Minute, 365 Impulse zum Leben" © 1994 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 11. Auflage 2015 /

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages


19 Ansichten0 Kommentare

Geliebt und unantastbar

"Als ich zehn Jahre alt war, hatten wir in unserer Klasse einen Jungen, den wir gar nicht leiden mochten. Er war ein Streber, ein Angeber und Versager bei unseren heftigen Prügeleien. Eines Tages hatt

Worte der Liebe

Staufenkaiser Friedrich II. lebte um 1250 in Palermo. Er wollte die Ursprache der Menschen herausfinden. In einem Waisenhaus ließ er Findelkinder unterbringen und von Kinderpflegerinnen versorgen. Sie

Handlanger Gottes

Friedrich von Bodelschwingh erzählt aus seiner Kindheit: "Als im Herbst das Obst reif an den Bäumen im Garten hing, hatte uns der Vater streng verboten, auf die Bäume zu klettern. Wir durften nur von

Kommentare


Gedanken für den Tag

bottom of page