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»Gedanken für den Tag«
Das bessere Programm
"Man lebt nur einmal", sagen die Leute und wollen alles in einzelne Tage hineinpacken. In der Angst, etwas zu versäumen, will man alles auskosten, koste es, was es wolle. Kein Preis ist zu hoch, keine Torheit zu albern, kein Weg zu weit, keine Mühe zu groß. Weil am Ende das Nichts steht, spielen Menschen um alles. Alles mitmachen, alles nachmachen, alles durchmachen. Ein Leben, das gar nicht alles ist, soll alles enthalten. Daraus ergibt sich ein Krampf und Kampf, der nur ung

Axel Kühner
30. Juni
Gott ist wirklich, weil er wirkt
Ludwig Harms erzählt von einem Gastwirt in England. Der ging den Weg des Verderbens und zog seine Gäste mit in das Verderben hinein. Reichlich Alkohol und zweifelhafte Vergnügungen waren der Lebensinhalt des Wirts und seiner Gäste. Eines Tages stirbt in seiner Verwandtschaft ein naher Angehöriger. Ob er will oder nicht, er muss zur Trauerfeier in die Kirche und die Predigt anhören. Aber in seiner Abneigung gegen Gottes Wort beschließt er, während der Predigt beide Ohren zuzuh

Axel Kühner
29. Juni
Ich rauchte Matthäus
"Wenn Sie mir dieses Neue Testament unbedingt aufdrängen wollen, werde ich mir aus jeder einzelnen Seite eine Zigarette drehen." Selbstbewußt schaut der Mann Gaylord Kambarami, seines Zeichens Mitarbeiter der Bibelgesellschaff von Zimbabwe, an. "Nun gut", gab Kambarami zur Antwort, "das können Sie meinetwegen machen. Aber Sie müssen mir versprechen, das Neue Testament zu lesen, bevor Sie es rauchen." Der Mann willigte ein, packte die Bibel und machte sich aus dem Staub. Letzt

Axel Kühner
28. Juni
In Tagen der Krankheit
Herr, Tage der Krankheit gefallen uns nicht. Ich wollte nicht krank sein. Keiner will es. Und doch weißt Du, wozu mir diese Tage gut sind. Ich weiß es noch nicht. Aber alles, was wir aus Deiner Hand empfangen, ist gut. Lass mich auch diese Krankheit von Dir annehmen. Du sonderst mich aus in die Stille. Du löst mich heraus aus den Pflichten, die mich sonst ganz in Anspruch nehmen. Du drängst mich ins Alleinsein. Aber Du bedrängst mich nicht. Du nimmst mir die Kollegen, die ich

Axel Kühner
27. Juni
Denk an das Eisen
"Betrachte in der Schmiede ein rohes Eisen. So ist es zu nichts nütze. Soll es zu einem Werkzeug werden, so nimmt es der Schmied und legt es auf die Esse ins Feuer, bis es glüht. Dann kommt es auf den Amboss unter den Hammer, dass die Funken stieben. So wird es zu einem nützlichen Gerät geformt. Darum, o Mensch, denke an das Eisen! Gott will dich zu etwas Rechtem bilden, wozu du dich nicht selber machen kannst. Er schmiedet dich mit dem Hammer seiner Gerichte, läutert dich im

Axel Kühner
26. Juni
Den richtigen Weg wissen
Ein großes Passagierschiff gelangt vor den Hafen und wartet auf die Einfahrt in die Flussmündung. Der alte Kapitän begrüßt den Lotsen, einen ganz jungen Mann, der gerade sein Examen bestanden hat. Etwas besorgt fragt der Kapitän den jungen Lotsen: "Kennen Sie denn auch alle die Klippen und Gefahren, Sandbänke und flachen Stellen in dem Fluss?" Der junge Lotse antwortet: "Nein, ich kenne nicht alle gefährlichen Stellen des Flusses, aber ich kenne die Fahrrinne ganz genau, durc

Axel Kühner
25. Juni
Schauen und Staunen
Um die Beziehung zwischen Gott und seiner Welt zu umschreiben, haben die Inder ein wunderbares Bild gebraucht: "Gott tanzt seine Schöpfung." Er ist der Tänzer, die Schöpfung der Tanz. Sie sind eins und sind doch zwei. Der Tänzer ist etwas anderes als der Tanz. Und doch gibt es das eine nicht ohne das andere. Wenn der Tänzer einhält, gibt es keinen Tanz mehr. Der Tänzer geht in seinem Tanz nicht auf, aber er kommt in ihm zum Ausdruck. So ist auch die Schöpfung der Ausdruck ein

Axel Kühner
24. Juni
Sommer
Atme, Seele, erhöhter, weil du den Sommer lobst. Dunkler, goldener und röter schwellen dir Reben und Obst. Goldene Schatten schweben. Sind sie nicht mehr verbannt? Träuft dir von selber das Leben in die lässige Hand? Oft hat sie fruchtlos gegriffen. Nun auf einmal geschah's. Sieh, es leuchten geschliffen Birnen wie Goldtopas. Und wie weit du auch gingest, wölbt sich das funkelnde Haus. Singe, Seele, du singest nie das Irdische aus. (Werner Bergengruen) Wenn wir schon das Irdi

Axel Kühner
23. Juni
Steigerung
Der Sommer ist die Zeit der Steigerung und Reife. Alles wächst aus zur ganzen Süße und Schwere. Unter dem Glanz und der Kraft der Sommersonne reifen die Ähren und Beeren, die Früchte und Reben. Das Jahr findet seinen Höhepunkt. Auch für unseren Glauben wünschen wir uns eine solche Zeit der Steigerung und Reife, des Wachsens und Vollendetwerdens. Unter der Liebe Jesu soll unser Vertrauen reifen und fest werden. Die Sommerzeit erinnert uns auch daran, dass die letzte Ausreifung

Axel Kühner
22. Juni
Glaubensfrüchte
Das Ziel des Sommers ist die Frucht: der Weizen auf den Feldern, das Obst an den Bäumen, die Früchte im Garten, der Wein in den Bergen. Es geht im Leben um das Aufblühen und im Aufblühen um das Fruchtbringen. "Gib, dass der Sommer deiner Gnad in meiner Seele früh und spat viel Glaubensfrücht erziehe." (Paul Gerhardt) So soll die Kraft Jesu auch in unserem Leben zur Entfaltung kommen. Es geht darum, dass unser Leben unter der Sonne der Liebe Jesu zur ganzen Schönheit aufblüht.

Axel Kühner
21. Juni
Trübe Tage
Eine gute Lebensbeschreibung
Die kürzeste Biographie steht auf einem Grabstein irgendwo in England: "Yes, Lord!" Ja, Herr, das ist die beste Lebensmelodie. Darin ist das Wichtigste und Schönste, Größte und Höchste enthalten. Ja, Herr, das sind die gesündesten und verträglichsten Worte. Ja, Herr, das sind die richtigen Worte für Ehe und Familie, Erziehung und Bildung, Gesellschaft und Politik. Ja, Herr, das wäre die Lösung vieler Konflikte und Nöte. Ja, Herr, ist die wichtigste Antwort, die Menschen je ge

Axel Kühner
vor 31 Minuten
Der Klügere gibt nach
John Wesley (1703-1791), der bekannte englische Erweckungsprediger, hatte viele Freunde und Anhänger, aber auch viele Feinde und Gegner. Seine griffigen Predigten waren einigen Zeitgenossen zu direkt und unangenehm, denn John Wesley nannte die Sünde beim Namen und schonte die Sünder nicht. Als Wesley einmal auf einer schmalen Gasse unterwegs war, kam ihm ein Lord entgegen, der auf den Prediger Zorn hatte. Der Lord blieb direkt vor Wesley stehen und sagte scharf: "Ich gehe kei

Axel Kühner
vor 2 Tagen
Heimat
Heimat ist eine prägende, tragende und bleibende Kraft des Lebens. Sie ist Erinnerung und Hoffnung zugleich, Quelle und Einmündung in einem. Heimat ist Herkunft und Zukunft. Wir stammen aus einer Heimat und gehen auf sie zu. Heimat ist geographisch: eine Landschaft mit Flüssen und Bäumen, Dörfern und Städten, Wegen und Straßen. Heimat ist biologisch: Geborenwerden und Heranwachsen, Essen und Trinken, Tageszeiten und Jahreszeiten, Gerüche und Geschmack, Spiele und Abenteuer, K

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Christen
Christus allein macht die Christen. Sie sind sein Liebeswerk, darum hören sie auf ihn, gehören ihm an und gehorchen ihm. Hören, gehören, gehorchen ist ihre Lebensmelodie. Mit ihrem Herzen lieben sie Jesus. Mit ihrem Mund loben und bezeugen sie Jesus. Mit ihren Händen arbeiten sie für Jesus. Mit ihrem Leben drücken sie Jesus aus. Mit ihrer Freude danken sie Jesus. Mit ihrem Leid gleichen sie Jesus. Mit ihrem Sterben gehen sie zu Jesus. "Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund un

Axel Kühner
vor 4 Tagen
Warum sind Sie ein Christ?
So wurde ein Inder von einem Freund gefragt. In seiner bilderreichen Sprache antwortete er mit einer Geschichte: "Einst traf ich auf einer Wanderung auf einen Tiger, der mich knurrend verfolgte. Ich rannte um mein Leben und konnte mich schließlich an einer Schlingpflanze in einen Brunnenschacht hinunterlassen. Ich blickte nach oben, wo der Tiger mit seinen wilden Augen auf mich schaute. Ich blickte nach unten und sah zu meinem Entsetzen eine riesige Giftschlange auf dem Boden

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Der Stellvertreter
Im letzten Haus des Dorfes, einem alten, halb zerfallenen Speicher, wohnte ein buckliger Mann ganz allein. Er wurde von allen gemieden, denn er war wegen Brandstiftung mit einer schweren Freiheitsstrafe belegt worden. Er hatte einst die Mühle des Dorfes angezündet. Nach langen Jahren kam er aus dem Gefängnis zurück, menschenscheu und noch zusammengefallener als früher. Sogar zum Kinderschreck war er geworden, denn wenn die Kinder nicht brav sein wollten, drohten die Mütter mi

Axel Kühner
vor 6 Tagen
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