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»Gedanken für den Tag«
Ganze Sache
Mein Vater, ich überlasse mich dir. Mach mit mir, was du willst. Was du auch mit mir tun magst, ich danke dir. Zu allem bin ich bereit, alles nehme ich an. Wenn nur dein Wille sich an mir erfüllt und an allen deinen Geschöpfen, so ersehne ich weiter nichts, mein Gott. In deine Hände lege ich meine Seele; ich gebe sie dir, mein Gott, mit der ganzen Liebe meines Herzens, weil ich dich liebe, und weil diese Liebe mich treibt, mich dir hinzugeben, mich in deine Hände zu legen, oh

Axel Kühner
13. Aug.
Wenn Wissenschaft nur Wissen schafft
Vier königliche Prinzen wollten sich auf Erden umschauen und es in der Naturwissenschaft zu besonderen Kenntnissen bringen. Sie vereinbarten einen Treffpunkt für ihr Wiedersehen und zogen aus, sich kundig zu machen. Die Zeit verging, und die Brüder fanden sich am Treffpunkt ein. "Ich habe die Fertigkeit erworben", sagte der erste, "die es mir, wenn ich von einem Geschöpf nur einen Knochensplitter habe, ermöglicht, auf der Stelle das dazugehörende Fleisch zu erschaffen." - "Ic

Axel Kühner
12. Aug.
Mehr als eine Gabe
Eines Tages wurde der russische Dichter Iwan Sergejewitsch Turgenjew auf der Straße angesprochen, ein Bettler bat ihn um ein Almosen. Da durchsuchte er gründlich alle seine Taschen - aber ohne Erfolg, er hatte kein Geld bei sich. Betrübt entschuldigte er sich bei dem Bettler: "Brüderchen, ich habe wirklich nichts bei mir; somit kann ich dir leider nichts geben." - "Doch ich danke dir von Herzen, mein Bruder", antwortete der Bettler und verneigte sich. "Wofür denn?", staunte T

Axel Kühner
11. Aug.
Zeit verschenken - Zeit gewinnen
Jesus sah eine große Menge Volkes; die Menschen taten ihm leid, und er redete zu ihnen von der unwiderstehlichen Liebe Gottes. Als es dann Abend wurde, sagten seine Jünger: "Herr, schicke diese Leute fort, es ist schon spät, sie haben keine Zeit!" - "Gebt ihr ihnen doch davon", sagte er, "gebt ihr ihnen doch von eurer Zeit!" "Wir haben selber keine", fanden sie, "und was wir haben, dieses wenige, wie soll das reichen für so viele?" Doch da war einer unter ihnen, der hatte woh

Axel Kühner
10. Aug.
Die bessere Sprache
"Seid still, wenn ihr nichts zu sagen habt. Seid bitte still!" hatte die aidskranke Bigi unter ein Bild in ihrem Krankenzimmer geschrieben. Was wird an Kranken- und Sterbebetten alles geredet, weil man im Grunde nichts zu sagen hat. Wie oberflächlich, gedankenlos und lieblos sind oft die Reden und Worte, weil wir in der Tiefe der Situation so hilflos sind. Warum fällt es so schwer, liebevoll zu schweigen und auf ganz andere Weise miteinander zu sprechen? Mit der Sprache des K

Axel Kühner
9. Aug.
Leben ist Empfangen
Viele lieben ihn, viele hassen ihn, die meisten besitzen ihn, den Fernseher. Information und Kommunikation finden weitgehend über dieses Gerät statt. Wunderbare Bilder, schreckliche Bilder, Wissenswertes und Überflüssiges kommt über ihn in unser Wohnzimmer. Durch den Fernseher sind wir mit der ganzen Welt verbunden. Das Gerät ist ein in sich geschlossenes Ganzes, das aus vielen Bausteinen einen wunderbaren und komplizierten technischen Zusammenhang bildet. Aber der Fernseher

Axel Kühner
8. Aug.
Wie stark ist der Geduldsfaden?
Eine alte chinesische Fabel erzählt von einem Mann, der eine hohe Stelle als Beamter bekommt. Ein guter Freund besucht ihn, spricht ihm seine herzlichen Glückwünsche aus und gibt ihm noch einen guten Rat: "Wenn du ein hoher Beamter geworden bist, darfst du eines nie vergessen, immer Geduld zu haben!" Der Mann verspricht, den guten Rat zu befolgen. Der Freund wiederholt den Rat einmal, zweimal, dreimal. Als er es zum vierten Mal sagt, braust der Mann ärgerlich auf: "Hältst du

Axel Kühner
7. Aug.
Wir brauchen uns - wir reiben uns
Zu Mark Twain kam eines Tages ein Sechzehnjähriger und sagte: "Ich verstehe mich mit meinem Vater nicht mehr. Jeden Tag gibt es Streit. Er ist so rückständig. Was soll ich bloß tun?" Mark Twain überlegte kurz und sagte dann: "Mein Freund, ich kann dich gut verstehen. Als ich 16 Jahre alt war, war mein Vater genauso ungebildet. Aber man muss etwas Geduld mit ihm haben. Nach zehn Jahren, als ich 26 war, hatte er so viel dazugelernt, dass man sich schon ziemlich vernünftig mit i

Axel Kühner
6. Aug.
Kleine Kinder brauchen große Liebe
Sind so kleine Hände, winzige Finger dran. Darf man nie drauf schlagen, die zerbrechen dann. Sind so kleine Füße mit so kleinen Zeh'n. Darf man nie drauf treten, könn' sie sonst nicht geh'n. Sind so kleine Ohren, scharf, und ihr erlaubt. Darf man nie zerbrüllen, werden davon taub. Sind so schöne Münder, sprechen alles aus. Darf man nie verbieten, kommt sonst nichts mehr raus. Sind so klare Augen, die noch alles sehn. Darf man nie verbinden, könn' sie nichts verstehn. Sind so

Axel Kühner
5. Aug.
Kinderlachen
Herr, die Kinder lachen so unbeschwert. Das ist ein großes Glück. Wie unreflektiert froh sind sie! Sie leben einfach das Leben. Und Du bist mit ihnen. Sie sind Kinder, Deine Kinder. Da hat die Gewohnheit der Sünde noch nichts zerstört. Da hat sich noch kein Ungehorsam eingeschliffen. Da ist die Seele noch nicht vernarbt durch Verleugnung. Da prägt die Einfalt noch Stirn und Augen. Herr, so ein Kinderlachen ist kostbar. Wie unbändig kann sich ein Kind freuen! In dieser Freude

Axel Kühner
4. Aug.
Zweifel und Glaube
Thomas, der Zweifler, hieß Zwilling. Ist der Zweifel ein Zwillingsbruder des Glaubens? Gehören Glaube und Zweifel immer zusammen? Fragen und Zweifeln sind ein Ausdruck der menschlichen Würde. Tiere und Sterne, Bäume und Steine fragen und zweifeln nicht. Aber der Mensch hat die Würde des Fragens. Er muss abwägen und entscheiden, nachdenken und wählen. So setzt die Glaubensentscheidung den Zweifel eigentlich voraus. Das Wort Zweifel erinnert daran: "Zwei-Falten" = zwei Möglichk

Axel Kühner
vor 2 Tagen
The new way of life - Der neue Lebensweg
Eine Sonntagsausgabe der New York Times verbraucht 63.000 Bäume. In den USA gibt es mehr Psychoanalytiker als Briefträger. Die Verpackung von Cornflakes enthält mehr Nährstoffe als die Cornflakes selber. In Los Angeles gibt es mehr Autos als Menschen. Zehn Prozent des jährlichen Salzabbaus der ganzen Welt werden für die Enteisung der Straßen in den USA verwendet. Die Bevölkerung der USA macht etwa 6 % der Weltbevölkerung aus, verzehrt aber rund 60 % aller irdischen Ressourcen

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Beten ist alles
Die Hände ineinander falten, nicht handeln, keine Hand anlegen, keine Hände rühren, auf Gottes Handeln warten. Die Seele auseinander falten, sich öffnen, erklären, hinhalten, offen legen, alles rauslassen, auf Gottes Liebe zählen. Die Hände emporheben, sich ausstrecken, alles erwarten, Sehnsucht zeigen, Erfüllung empfangen, mit Gottes Einfluss rechnen. Die Seele hinunterbeugen, Schuld bekennen, bescheiden bitten, demütig werden, Gott groß sein lassen. Die Augen aufheben, Jesu

Axel Kühner
vor 4 Tagen
An den Händen erkennt man den Menschen
"Ex ungue leonem" - "An der Klaue erkennst du den Löwen!" sagten die Lateiner und meinten damit: An den Händen erkennt man einen Menschen. Babyhände, Mutterhände, Künstlerhände, Arbeiterhände, betende Hände, schlagende Hände, Bauernhände, Arzthände sprechen vom Menschen und sagen viel über seine Lebensart. Auch aus der Handschrift eines Menschen möchte die Wissenschaft der Graphologie auf den Charakter schließen. Selbst im Bereich des Okkulten meint man, aus der Hand eines Me

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Selig sind:
Selig sind, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen anzusehen; sie werden weit kommen. Selig sind, die einen Berg von einem Maulwurfhaufen unterscheiden können; sie werden sich sehr viel Ärger ersparen. Selig sind, die fähig sind, sich auszuruhen und Stille zu haben, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen; sie werden weise werden. Selig sind, die schweigen und zuhören können; sie werden dabei viel Neues lernen. Selig sind, die denken, bevor sie

Axel Kühner
vor 6 Tagen
Der Mächtigste
Zu einem Rabbi kommen die Leute eines Tages mit einer wichtigen Frage: "Wer ist der Mächtigste im ganzen Land?" Der Rabbi überlegt und antwortet dann: "Wer die Liebe seines Feindes gewinnt, ist der Mächtigste im ganzen Land!" Normalerweise halten die Menschen den für mächtig, der gegen seine Feinde gewinnt. Aber die Liebe, die den Feind gewinnt, ist noch viel mächtiger. Solche Mächtigen voller Liebe und Liebende voller Kraft brauchten wir mehr. "Homo homini lupus est!" sagten

Axel Kühner
17. Okt.
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