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»Gedanken für den Tag«
Im Gewissen gebunden
"Hier stehe ich, ich kann nicht anders, Gott helfe mir! Amen", waren Martin Luthers mutige Worte gegen die Übermacht von Kaiser und Papst. Luther war im Gewissen an Gott gebunden und blieb tapfer bei seiner Überzeugung. Er stellte Gottes Wort höher als die Meinung der Menschen und Mächtigen. Treu an Gott gebunden, wurde Luther so der Wegbereiter für eine neue Zeit, eine neue Sicht, für eine neue Entdeckung des Evangeliums. Im Gewissen an Gott gebunden, war er frei von den Dik

Axel Kühner
11. Jan.
Im Glauben frei
"Liebe Katharina, nach einem langen Tag sitze ich bei einem Maß Bier und denke mir, der liebe Gott wird es schon machen!", schrieb einst Dr. Martin Luther an seine Frau. Ein langer Tag, harte Arbeit, viel Mühe, schwierige Aufgaben, aber dann ist Feierabend. Ruhe kehrt ein, Freude kommt auf. Entspannen und Genießen wollen ebenso gelernt sein wie Schaffen und Wirken. Den Feierabend und seine Ruhe, den Feiertag und seine Freiheit können nur die genießen, die ihre Arbeit wirklich

Axel Kühner
10. Jan.
Überrascht
Einst lebte ein Zimmermann, den eines Abends auf dem Heimweg ein Freund anhielt und fragte: "mein Bruder, warum bist du so traurig?" - "Wärst du in meiner Lage, du empfändest wie ich", sagte der Zimmermann. "Erkläre dich", sprach der Freund. "Bis morgen früh", sagte der Zimmermann, "muss ich 11.111 Pfund Sägemehl aus Hartholz für den König bereit haben, oder ich werde enthauptet." Der Freund lächelte und legte ihm den Arm um die Schulter. "Mein Freund", sagte er, "sei leichte

Axel Kühner
9. Jan.
Eingetragen
Die Redensart "Jemand abschreiben" oder "In den Sand schreiben" geht zurück auf die altertümliche Sitte, vor Gericht Schuldige zum Zeichen ihrer Verurteilung in den Staub der Erde zu schreiben. So ist auch das alte Prophetenwort aus Jeremia 17,13 zu verstehen: "Die Abtrünnigen müssen auf die Erde geschrieben werden!" Der Schuld nach, in der wir Menschen den Bund mit Gott gebrochen haben, sind wir alle in den Sand geschrieben, für die Erde gut. So ist wohl auch die Geste Jesu

Axel Kühner
8. Jan.
Festgehalten
Bei Gott sind wir nicht abgeschrieben, sondern eingeschrieben. Als das Volk Israel in der Verbannung verzweifelt dachte, Gott habe es vergessen und abgeschrieben, ließ Gott durch den Propheten Jesaja seinem Volk sagen: "Ich habe dich nicht vergessen, siehe, in meine Hände habe ich dich gezeichnet!" (Jesaja 49,15f) Dieses Wort geht auf einen Brauch der Antike zurück. Verliebte schrieben sich, wenn sie getrennt waren, den Namen des Partners in die Hände. Die Namen in der Hand d

Axel Kühner
7. Jan.
Eine Erscheinung
Es ist Sonntag zur besten Zeit. Die Gemeinde feiert Gottesdienst. Die Kirche ist mäßig besetzt. Der Pfarrer hält seine Predigt. Plötzlich bricht er ab, starrt oben in die Ecke des Kirchraumes. Alle sind hellwach. Was ist nun? Nach einer ganzen Weile fährt der Pfarrer fort. Hinterher bestürmen ihn die Mitarbeiter: "Herr Pfarrer, was war denn, dass Sie mitten in der Predigt unterbrachen?" - "Ach, nichts weiter, ich hatte eine Erscheinung." - "Was für eine Erscheinung?" - "Das m

Axel Kühner
6. Jan.
Eine gute Aussicht
Gottes Liebe hüllt uns wie warme Kleidung sorgsam ein. Jesu Gegenwart umgibt uns wie eine zweite Haut. So ist unser Leben von Gott völlig umfangen, und wir sind bei ihm gut untergebracht. Alles, was nun auf uns zukommt, kommt zuerst auf Gott zu. Was uns berührt, muss zuerst Gott berühren. Nichts wird uns betreffen können, ohne vorher auf Gott zu treffen. Jeder neue Tag, jede Aufgabe und Begegnung, jeder Mensch und jedes Ereignis müssen erst an Gott heran, bevor sie uns erreic

Axel Kühner
5. Jan.
Ein neuer Anfang
Jeder Anfang übt einen Zauber aus. Ein neues Jahr beginnen, ein neues Buch aufschlagen, eine neue Aufgabe anpacken, ein neues Land betreten, alles Neue weckt große Hoffnungen. Wie viele Sehnsüchte und Träume, Wünsche und Erwartungen leben auf am Beginn eines neuen Jahres und einer neuen Zeit! "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt, und der uns hilft zu leben!" (Hermann Hesse) Aber in die Neugier und Faszination mischen sich auch Angst und Schrecken. Neben

Axel Kühner
4. Jan.
Neujahrsgedanken
Was würden Sie tun, wenn Sie das neue Jahr regieren könnten? Ich würde vor Aufregung wahrscheinlich die ersten Nächte schlaflos verbringen und darauf tagelang ängstlich und kleinlich ganz dumme Pläne schmieden. Dann - hoffentlich - aber laut lachen und endlich den lieben Gott abends bitten, doch wieder nach seiner Weise, das neue Jahr göttlich selber zu machen. (Joachim Ringelnatz) "Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen

Axel Kühner
3. Jan.
Neujahrsrezept
Man nehme zwölf gut ausgereifte Monate und achte darauf, dass sie vollkommen sauber sind und frei von bitterer Erinnerung, von Groll und Rachsucht, von Neid und Eifersucht. Man entferne jede Spur von Kleinlichkeit und Niedrigkeit und alle unbewältigte Vergangenheit. Die zwölf Monate müssen also frisch und sauber sein, wie sie aus der Werkstatt Gottes hervorgehen. Man zerlege jeden Monat in dreißig oder einunddreißig Tage. Man richte jeweils nur einen einzigen Tag an. Und dami

Axel Kühner
2. Jan.
Trübe Tage
In Tagen der Krankheit
Herr, Tage der Krankheit gefallen uns nicht. Ich wollte nicht krank sein. Keiner will es. Und doch weißt Du, wozu mir diese Tage gut sind. Ich weiß es noch nicht. Aber alles, was wir aus Deiner Hand empfangen, ist gut. Lass mich auch diese Krankheit von Dir annehmen. Du sonderst mich aus in die Stille. Du löst mich heraus aus den Pflichten, die mich sonst ganz in Anspruch nehmen. Du drängst mich ins Alleinsein. Aber Du bedrängst mich nicht. Du nimmst mir die Kollegen, die ich

Axel Kühner
vor 1 Tag
Denk an das Eisen
"Betrachte in der Schmiede ein rohes Eisen. So ist es zu nichts nütze. Soll es zu einem Werkzeug werden, so nimmt es der Schmied und legt es auf die Esse ins Feuer, bis es glüht. Dann kommt es auf den Amboss unter den Hammer, dass die Funken stieben. So wird es zu einem nützlichen Gerät geformt. Darum, o Mensch, denke an das Eisen! Gott will dich zu etwas Rechtem bilden, wozu du dich nicht selber machen kannst. Er schmiedet dich mit dem Hammer seiner Gerichte, läutert dich im

Axel Kühner
vor 2 Tagen
Den richtigen Weg wissen
Ein großes Passagierschiff gelangt vor den Hafen und wartet auf die Einfahrt in die Flussmündung. Der alte Kapitän begrüßt den Lotsen, einen ganz jungen Mann, der gerade sein Examen bestanden hat. Etwas besorgt fragt der Kapitän den jungen Lotsen: "Kennen Sie denn auch alle die Klippen und Gefahren, Sandbänke und flachen Stellen in dem Fluss?" Der junge Lotse antwortet: "Nein, ich kenne nicht alle gefährlichen Stellen des Flusses, aber ich kenne die Fahrrinne ganz genau, durc

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Schauen und Staunen
Um die Beziehung zwischen Gott und seiner Welt zu umschreiben, haben die Inder ein wunderbares Bild gebraucht: "Gott tanzt seine Schöpfung." Er ist der Tänzer, die Schöpfung der Tanz. Sie sind eins und sind doch zwei. Der Tänzer ist etwas anderes als der Tanz. Und doch gibt es das eine nicht ohne das andere. Wenn der Tänzer einhält, gibt es keinen Tanz mehr. Der Tänzer geht in seinem Tanz nicht auf, aber er kommt in ihm zum Ausdruck. So ist auch die Schöpfung der Ausdruck ein

Axel Kühner
vor 4 Tagen
Sommer
Atme, Seele, erhöhter, weil du den Sommer lobst. Dunkler, goldener und röter schwellen dir Reben und Obst. Goldene Schatten schweben. Sind sie nicht mehr verbannt? Träuft dir von selber das Leben in die lässige Hand? Oft hat sie fruchtlos gegriffen. Nun auf einmal geschah's. Sieh, es leuchten geschliffen Birnen wie Goldtopas. Und wie weit du auch gingest, wölbt sich das funkelnde Haus. Singe, Seele, du singest nie das Irdische aus. (Werner Bergengruen) Wenn wir schon das Irdi

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Steigerung
Der Sommer ist die Zeit der Steigerung und Reife. Alles wächst aus zur ganzen Süße und Schwere. Unter dem Glanz und der Kraft der Sommersonne reifen die Ähren und Beeren, die Früchte und Reben. Das Jahr findet seinen Höhepunkt. Auch für unseren Glauben wünschen wir uns eine solche Zeit der Steigerung und Reife, des Wachsens und Vollendetwerdens. Unter der Liebe Jesu soll unser Vertrauen reifen und fest werden. Die Sommerzeit erinnert uns auch daran, dass die letzte Ausreifung

Axel Kühner
vor 6 Tagen
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