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»Gedanken für den Tag«
Gemeinsam den Weg suchen
Eine jüdische Legende erzählt von einem Mann, der sich einst im tiefen Wald verirrt hatte. Trotz aller Versuche konnte er den Weg aus dem Dickicht nicht finden. Nach einiger Zeit verirrte sich ein zweiter Mann und geriet auch tief in den Wald hinein. Dort traf er auf den ersten und fragte ihn hoffnungsvoll nach dem Weg hinaus aus dem Wald. "Den weiß ich nicht", antwortete dieser, "aber ich kann dir die Wege zeigen, die nicht hinaus, sondern noch tiefer in den Wald führen. Und

Axel Kühner
23. Sept.
Die Macht des Faktischen
Eine stachelige Raupe sprach zu sich selbst: "Was man ist, das ist man! Man muss sich annehmen, wie man ist, mit Haut und Haaren. Was zählt, ist das Faktische. Alles andere sind Träume. Meine Lebenserfahrung lässt keinen anderen Schluss zu. Niemand kann aus seiner Haut!" Als die Raupe dies gesagt hatte, flog neben ihr ein wunderbarer Schmetterling auf. Es war, als ob Gott gelächelt hätte. (Lindolfo Weingärtner) Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns

Axel Kühner
22. Sept.
Ein bisschen geizig
Nach einem Missionsfest ist der Pfarrer bei einer Landwirtsfamilie eingeladen. Nach dem Essen nimmt die Frau den Pfarrer zur Seite, gibt ihm 100 Mark für die Mission und sagt dazu: "Lassen Sie es meinen Mann nicht wissen. Er ist ein bisschen geizig!" Als später der Mann dem Pfarrer das Vieh und die Anlagen zeigt, gibt er ihm 100 Mark für die Mission und meint: "Sagen Sie es nicht meiner Frau. Sie ist ein bisschen geizig!" So ein bisschen Geiz mag noch gehen, aber in seiner wi

Axel Kühner
21. Sept.
Ein geheimnisvolles Haus
Wie ein geheimnisvolles Haus mit wunderbaren Räumen, herrlichen Aussichten, verlockenden Möglichkeiten, aber auch gefährlichen Stufen, bedrohlichen Ecken und dunklen Kellern liegt die Zeit vor uns. Das Haus ist verschlossen. Wir suchen den Schlüssel, um in das Haus zu gelangen und das Geheimnis zu erkennen. Wir möchten im Haus der Zeit geborgen leben, alle Räume durchschreiten und in Besitz nehmen, die Aussichten genießen und die Gefahren bestehen. Wer schließt uns das Geheim

Axel Kühner
20. Sept.
Altwerden
Herr, wir wissen nicht, wie viel Zeit Du uns anvertraust. Unsere Tage sind in Deiner Hand. Aber eines merken wir genau, dass wir von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr dem Ziel unseres Lebens näherkommen. Herr, ich denke manchmal darüber nach, wie das sein wird, wenn hier das Leben so weitergeht wie immer -, aber ich bin nicht mehr da. Die Straßenbahnen quietschen um die Ecken. Die Kehrmaschine säubert die Rinnsteine. Im Betrieb geht jeder wie immer seiner Arbeit nach, frühstückt,

Axel Kühner
19. Sept.
Was ist der Mensch?
In seinen Roman "Krebsstation" hat Solschenyzin eine alte islamische Legende eingeflochten: Warum wird der Mensch 100 Jahre alt? Allah verteilte das Leben und gab jedem Tier 50 Jahre. Der Mensch kam als letzter an die Reihe, und Allah hatte nur noch 25 Jahre zu vergeben. Der Mensch jammerte: "Das ist mir zu wenig!" - "Na", sagte Allah, "dann mach dich auf den Weg, vielleicht hat jemand von den Tieren ein paar Jahre übrig und gibt sie dir ab." Und der Mensch begegnete dem Pfer

Axel Kühner
18. Sept.
Feindesliebe
Es gibt Widrigkeiten im Leben und Feinde des Menschen. Sehr nüchtern geht die Bibel davon aus, dass Feinde da sind. Aber Jesus gibt uns einen guten Rat, wie wir mit dieser Feindseligkeit umgehen können. Wer seine Feinde hasst, die Rache oder Vergeltung selbst in die Hand nimmt, macht sich nur selbst kaputt und gibt dem anderen große Macht. Wer einen Menschen Hasst und sich an ihm rächen will, gibt ihm weitreichende Macht über sein Leben. Der andere wird über den Schlaf, den A

Axel Kühner
17. Sept.
Schlagfertig oder zum Verständnis bereit?
Von Johann Peter Hebel gibt es eine Geschichte von einem Bauern, der eines Tages den Lehrer im Feld trifft. "Ist es noch Euer Ernst, Schulmeister, was Ihr gestern den Kindern erklärt habt: So dich jemand schlägt auf deine rechte Backe, dem biete auch die andere dar?" Der Schulmeister sagt: "Es steht im Evangelium!" Also gab ihm der Bauer eine Ohrfeige und die andere auch, denn er hatte schon lange einen Verdruss auf ihn. Indem reitet in einer Entfernung der Edelmann vorbei un

Axel Kühner
16. Sept.
Zufrieden
Der weise Philosoph Diogenes hatte im Flusswasser ausgiebig gebadet und ruhte nun auf einem Felsen in der Sonne. Ihre Wärme tat dem Mann gut, und er genoss die kostenlose Wohltat. Da ritt Alexander von Mazedonien mit einem großen Gefolge und herrlicher Pracht vorbei. Als er den armen Philosophen sah, dauerte der ihn, und er sagte: "Ach, du armseliger Mensch, bitte mich, und ich werde dir geben, was du auch möchtest!" Diogenes antwortete höflich: "Ich bitte dich herzlich: Geh

Axel Kühner
15. Sept.
Typisch Pferd
Ein Pferd spricht: "Die Menschen lassen sich nicht von Taten, sondern von Worten leiten. Zu solchen Worten, die bei ihnen als sehr wichtig gelten, gehören die Worte: mein, meine, die sie in Verbindung mit verschiedenen Sachen, Geschöpfen und Gegenständen gebrauchen, sogar mit Erde, Menschen und Pferden. Über ein einzelnes Ding machen sie aus, dass nur einer 'meins' zu sagen habe. Und derjenige, der von den meisten Dingen 'meins' sagen kann, der gilt bei ihnen als der Glücklic

Axel Kühner
14. Sept.
Zweifel und Glaube
Thomas, der Zweifler, hieß Zwilling. Ist der Zweifel ein Zwillingsbruder des Glaubens? Gehören Glaube und Zweifel immer zusammen? Fragen und Zweifeln sind ein Ausdruck der menschlichen Würde. Tiere und Sterne, Bäume und Steine fragen und zweifeln nicht. Aber der Mensch hat die Würde des Fragens. Er muss abwägen und entscheiden, nachdenken und wählen. So setzt die Glaubensentscheidung den Zweifel eigentlich voraus. Das Wort Zweifel erinnert daran: "Zwei-Falten" = zwei Möglichk

Axel Kühner
vor 2 Tagen
The new way of life - Der neue Lebensweg
Eine Sonntagsausgabe der New York Times verbraucht 63.000 Bäume. In den USA gibt es mehr Psychoanalytiker als Briefträger. Die Verpackung von Cornflakes enthält mehr Nährstoffe als die Cornflakes selber. In Los Angeles gibt es mehr Autos als Menschen. Zehn Prozent des jährlichen Salzabbaus der ganzen Welt werden für die Enteisung der Straßen in den USA verwendet. Die Bevölkerung der USA macht etwa 6 % der Weltbevölkerung aus, verzehrt aber rund 60 % aller irdischen Ressourcen

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Beten ist alles
Die Hände ineinander falten, nicht handeln, keine Hand anlegen, keine Hände rühren, auf Gottes Handeln warten. Die Seele auseinander falten, sich öffnen, erklären, hinhalten, offen legen, alles rauslassen, auf Gottes Liebe zählen. Die Hände emporheben, sich ausstrecken, alles erwarten, Sehnsucht zeigen, Erfüllung empfangen, mit Gottes Einfluss rechnen. Die Seele hinunterbeugen, Schuld bekennen, bescheiden bitten, demütig werden, Gott groß sein lassen. Die Augen aufheben, Jesu

Axel Kühner
vor 4 Tagen
An den Händen erkennt man den Menschen
"Ex ungue leonem" - "An der Klaue erkennst du den Löwen!" sagten die Lateiner und meinten damit: An den Händen erkennt man einen Menschen. Babyhände, Mutterhände, Künstlerhände, Arbeiterhände, betende Hände, schlagende Hände, Bauernhände, Arzthände sprechen vom Menschen und sagen viel über seine Lebensart. Auch aus der Handschrift eines Menschen möchte die Wissenschaft der Graphologie auf den Charakter schließen. Selbst im Bereich des Okkulten meint man, aus der Hand eines Me

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Selig sind:
Selig sind, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen anzusehen; sie werden weit kommen. Selig sind, die einen Berg von einem Maulwurfhaufen unterscheiden können; sie werden sich sehr viel Ärger ersparen. Selig sind, die fähig sind, sich auszuruhen und Stille zu haben, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen; sie werden weise werden. Selig sind, die schweigen und zuhören können; sie werden dabei viel Neues lernen. Selig sind, die denken, bevor sie

Axel Kühner
vor 6 Tagen
Der Mächtigste
Zu einem Rabbi kommen die Leute eines Tages mit einer wichtigen Frage: "Wer ist der Mächtigste im ganzen Land?" Der Rabbi überlegt und antwortet dann: "Wer die Liebe seines Feindes gewinnt, ist der Mächtigste im ganzen Land!" Normalerweise halten die Menschen den für mächtig, der gegen seine Feinde gewinnt. Aber die Liebe, die den Feind gewinnt, ist noch viel mächtiger. Solche Mächtigen voller Liebe und Liebende voller Kraft brauchten wir mehr. "Homo homini lupus est!" sagten

Axel Kühner
18. Okt.
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