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»Gedanken für den Tag«
Mehr als nur ein Wort
Liebe ist ein Geheimnis. Hass ist ein Gefängnis. Liebe bietet ein Heim, in ihr ist jeder gut untergebracht. Hass ist unheimlich und macht aufenthaltslos. Liebe verbindet und Hass zerschneidet. Liebe baut Brücken, und Hass gräbt Gräben. Liebe ist eine Mauer, die einschließt, und eine Tür, die sich weit öffnet. Hass ist eine Mauer ohne Tür, die ausschließt und erdrückt. Liebe ist ein Weg in ein weites Land. Hass ist eine Sackgasse, in der man schließlich vor die Wand läuft. Sic

Axel Kühner
25. Jan.
Vom Dorn zum Edelstein
Ich bin ein Dorn in deiner Krone, der trieb das Blut, Herr, über dein geliebtes Angesicht. Ich bin ein Dorn in deinem Auge, nie hast du es versucht, mich dort herauszuziehen, du Gnade, unbegreiflich! Ich bin ein Dorn in jener Geißel, die deinen Rücken schlug, auf dem du heimträgst mich in deines Vaters Schoß. Ich bin ein Dorn in deinem Herzen, doch zogst du tiefer mich nur noch hinein und sagtest leise, voller Schmerzen: "Das tat ich auch für dich!" Dann starbst du! Wie eine

Axel Kühner
24. Jan.
Aber des Nachts
Tagsüber lebe ich in einem schönen Haus mit gepflegten Räumen, gemütlichen Möbeln und bunten Blumen. Tagsüber gehe ich in gebügelten Hemden und sauberen Anzügen. Wenn es hell ist, trage ich Erfolgslächeln und bewege mich sicher. Von anderen gefragt, geht es mir gut, und ich werde es schon schaffen. Aber des Nachts trage ich meine alten Träume auf. Im Dunkeln gehe ich in zerfetzten Gefühlen und abgerissenen Gedanken. Im Traum lebe ich in dunklen Höhlen der Angst und sitze im K

Axel Kühner
23. Jan.
Der Weg ins Paradies
Ein armer Junge hütete oben auf der Alm seine Ziegen. Daher konnte er nie zur Kirche gehen. An einem Sonntag, als die Ziegen ruhig waren, stieg er ins Dorf hinab und besuchte den Gottesdienst. Der Pfarrer sprach gerade darüber, wie man ins Paradies gelange, und dass der Weg dahin steil und voller Dornen sei. Da hat sich der Junge gefreut und gedacht: Den Weg kenne ich wohl. Denn er war einmal eine Holzriese hinaufgeklettert und hatte sich übel zerkratzt. - Am gleichen Tag hat

Axel Kühner
22. Jan.
Zerstörtes Glück
Sie standen am Spielplatz, als der Schüler den Meister fragte: "Wie kommt es, dass alle Menschen glücklich sein wollen und es doch nicht werden?" Der Meister wies auf die spielenden Kinder. "Sie sind glücklich!" - "Wie ist es aber um das Glück der Erwachsenen bestellt?" fragte der Schüler. Der Meister holte aus dem weiten Ärmel seines Gewandes eine Handvoll Münzen hervor und warf sie unter die spielenden Kinder. Da verstummte mit einem Mal das fröhliche Lachen, und die Kinder

Axel Kühner
21. Jan.
Meine Hoffnung
Mir ist es bisher wegen angeborener Bosheit und Schwachheit unmöglich gewesen, den Forderungen Gottes zu genügen. Wenn ich nicht glauben darf, dass Gott mir um Christi willen dies täglich beweinte Zurückbleiben vergebe, so ist es aus mit mir! Ich muss verzweifeln. Aber das lass ich bleiben. Wie Judas an den Baum mich hängen, das tue ich nicht. Ich hänge mich an den Hals oder Fuß Christi wie die Sünderin. Ob ich auch noch schlechter bin als diese, ich halte meinen Herrn fest.

Axel Kühner
20. Jan.
Platzwechsel
Der Organist einer Dorfkirche spielte einmal ein Stück von Mendelssohn. Er spielte es mehr schlecht als recht. Ein Fremder, der vorbeikam, hörte die Klänge, kam in die Kirche und wartete das Ende ab. Dann bat er den Organisten, ihn einmal spielen zu lassen. Energisch wehrte der Organist ab: "Niemand außer mir spielt auf dieser Orgel!" Mehrmals musste der Fremde ihn bitten und anflehen, bis der Organist schließlich nachgab. Der Fremde setzte sich auf die Orgelbank, stellte die

Axel Kühner
19. Jan.
Geben wir unser Bestes?
Viktoria, Königin von England, ging, wenn sie in ihrer Sommerresidenz Balmoral war, gern in einfacher Kleidung unerkannt in den Wäldern spazieren. Eines Tages geriet sie auf einem solchen Waldspaziergang in ein schweres Unwetter. Auf der Suche nach Schutz entdeckte sie ein kleines einsames Bauernhaus. Die Königin klopfte und fragte die alte Bäuerin, ob sie ihr einen Regenschirm leihen könne. Sie werde dafür sorgen, dass er schnell zurückgebracht würde. Die alte Frau wusste ni

Axel Kühner
18. Jan.
Trost oder Vertröstung
Die Häsin lag sehr krank. Da kam der Igel zu Besuch und brachte ein paar frische Kleeblätter mit und sagte: "Kommt Zeit, kommt Rat!" Gut gemeint, aber wann kommt die Zeit, und welcher Rat wird es sein? - Tags darauf sah die Eule herein und meinte: "Gut Ding will Weile haben!" Sprach's und verabschiedete sich. Die Häsin dachte: Ich kann mir aber keine Weile leisten. - Als die Feldmaus durchs Fenster guckte, fiepte sie: "Kopf hoch, Frau Nachbarin, so trägt eben jeder sein Päckc

Axel Kühner
17. Jan.
Das Land der tausend Farben
"Ja, glaubt mir", sagte die alte Frau und nickte mit dem Kopf. "Ich bin weit herumgekommen in der Welt! Menschen und Länder habe ich gesehen, so seltsam, dass ihr mir nicht glauben würdet, wenn ich euch davon erzählte. Nehmt zum Beispiel die Leute im Land der 1000 Farben." "Dieses Land ist wunderschön. Wälder erglühen in allen Farben, Seen schimmern smaragdgrün, Meere wie Aquamarin, Blumen leuchten in den Farben des Feuers oder schimmern weiß wie frisch gefallener Schnee. Doc

Axel Kühner
16. Jan.
Zweifel und Glaube
Thomas, der Zweifler, hieß Zwilling. Ist der Zweifel ein Zwillingsbruder des Glaubens? Gehören Glaube und Zweifel immer zusammen? Fragen und Zweifeln sind ein Ausdruck der menschlichen Würde. Tiere und Sterne, Bäume und Steine fragen und zweifeln nicht. Aber der Mensch hat die Würde des Fragens. Er muss abwägen und entscheiden, nachdenken und wählen. So setzt die Glaubensentscheidung den Zweifel eigentlich voraus. Das Wort Zweifel erinnert daran: "Zwei-Falten" = zwei Möglichk

Axel Kühner
vor 2 Tagen
The new way of life - Der neue Lebensweg
Eine Sonntagsausgabe der New York Times verbraucht 63.000 Bäume. In den USA gibt es mehr Psychoanalytiker als Briefträger. Die Verpackung von Cornflakes enthält mehr Nährstoffe als die Cornflakes selber. In Los Angeles gibt es mehr Autos als Menschen. Zehn Prozent des jährlichen Salzabbaus der ganzen Welt werden für die Enteisung der Straßen in den USA verwendet. Die Bevölkerung der USA macht etwa 6 % der Weltbevölkerung aus, verzehrt aber rund 60 % aller irdischen Ressourcen

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Beten ist alles
Die Hände ineinander falten, nicht handeln, keine Hand anlegen, keine Hände rühren, auf Gottes Handeln warten. Die Seele auseinander falten, sich öffnen, erklären, hinhalten, offen legen, alles rauslassen, auf Gottes Liebe zählen. Die Hände emporheben, sich ausstrecken, alles erwarten, Sehnsucht zeigen, Erfüllung empfangen, mit Gottes Einfluss rechnen. Die Seele hinunterbeugen, Schuld bekennen, bescheiden bitten, demütig werden, Gott groß sein lassen. Die Augen aufheben, Jesu

Axel Kühner
vor 4 Tagen
An den Händen erkennt man den Menschen
"Ex ungue leonem" - "An der Klaue erkennst du den Löwen!" sagten die Lateiner und meinten damit: An den Händen erkennt man einen Menschen. Babyhände, Mutterhände, Künstlerhände, Arbeiterhände, betende Hände, schlagende Hände, Bauernhände, Arzthände sprechen vom Menschen und sagen viel über seine Lebensart. Auch aus der Handschrift eines Menschen möchte die Wissenschaft der Graphologie auf den Charakter schließen. Selbst im Bereich des Okkulten meint man, aus der Hand eines Me

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Selig sind:
Selig sind, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen anzusehen; sie werden weit kommen. Selig sind, die einen Berg von einem Maulwurfhaufen unterscheiden können; sie werden sich sehr viel Ärger ersparen. Selig sind, die fähig sind, sich auszuruhen und Stille zu haben, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen; sie werden weise werden. Selig sind, die schweigen und zuhören können; sie werden dabei viel Neues lernen. Selig sind, die denken, bevor sie

Axel Kühner
vor 6 Tagen
Der Mächtigste
Zu einem Rabbi kommen die Leute eines Tages mit einer wichtigen Frage: "Wer ist der Mächtigste im ganzen Land?" Der Rabbi überlegt und antwortet dann: "Wer die Liebe seines Feindes gewinnt, ist der Mächtigste im ganzen Land!" Normalerweise halten die Menschen den für mächtig, der gegen seine Feinde gewinnt. Aber die Liebe, die den Feind gewinnt, ist noch viel mächtiger. Solche Mächtigen voller Liebe und Liebende voller Kraft brauchten wir mehr. "Homo homini lupus est!" sagten

Axel Kühner
18. Okt.
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