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»Gedanken für den Tag«
Schmerzen und Trost
Blaise Pascal (1623-1662) war Naturwissenschaftler, Erfinder, Schriftsteller, Philosoph und Christ. Er hatte ein kurzes, aber ungewöhnliches Leben. Mit 16 Jahren veröffentlichte er eine mathematische Studie über die Kegelschnitte. Als Zwanzigjähriger erfand er die erste Rechenmaschine. Aber er war von schwerer Krankheit gezeichnet. Von seinem 18. Lebensjahr an hat er nicht einen Tag ohne Schmerzen erlebt. Er starb mit 39 Jahren. Neben seinem im Mantel eingenähten "Memorial",

Axel Kühner
15. Feb.
Nicht vergessen!
Eine Witwe hatte alles an ihren Sohn gewandt, damit er etwas werden könnte. Nun war der Sohn ein erfolgreicher Geschäftsmann. Aber er hatte die Mutter darüber vergessen. Doch eines Tages, nach langen Jahren des Schweigens, packte den Sohn die Unruhe. Er machte sich auf den Weg, um nach der Mutter zu sehen. Er fuhr zwei Tage und stand endlich vor dem kleinen Haus. Die Mutter zog ihn überrascht und erfreut ins Haus. Es gab Stunden des Erzählens und des glücklichen Erinnerns. Ge

Axel Kühner
14. Feb.
Ein anständiger Vogel
Ein Mann kommt an den Königshof und sieht viele neue Dinge. Als er so durch den Palast schlendert, sieht er zum ersten Mal in seinem Leben einen königlichen Falken. Eine solche Vogelart hatte er noch nie gesehen. Er kannte aus seiner Heimat nur eine Taube. Also lockte er den Vogel, nahm die Schere und beschnitt die Krallen, die Flügel und den Schnabel des königlichen Falken. "Nun siehst du aus wie ein anständiger Vogel", sagte er, ‚wie schlecht haben sie dich hier behandelt."

Axel Kühner
13. Feb.
Ansichten
Diogenes lebte als Philosoph ein einfaches Leben. Eines Abends saß er vor seiner Tonne und aß zum Abendbrot Linsen. Sein Philosophenkollege Aristippos, der am Hofe ein angenehmes Leben führte, weil er dem König nach dem Munde redete, sagte zu Diogenes: "Wenn du lernen könntest, dem König gegenüber unterwürfig zu sein, müsstest du nicht solchen Abfall wie Linsen essen." Darauf entgegnete Diogenes: "Wenn du lernen könntest, mit Linsen auszukommen, brauchtest du nicht dem König

Axel Kühner
12. Feb.
Unterwegs und immer zu Haus - behaust sein
Die Schnecke trägt ihr Haus mit sich. Sie ist unterwegs und gleichzeitig zu Hause. Weiterziehen und sich Zurückziehen sind bei ihr ausgewogen. Die Schnecke bleibt sensibel für die Spannung von Nähe und Distanz. Sie streckt die Fühler aus und zieht weiter. Sie will Leben erfahren, ergehen, erkunden, erleben. Sie ist ganz offen und empfindsam für die kleinsten Dinge. Aber sie zieht auch die Fühler ein und sich in ihr Haus zurück. Sie braucht Nähe und Distanz zugleich, Weiterzie

Axel Kühner
11. Feb.
Die Fühler ausstrecken - empfindlich werden!
"Schnecke, Schnecke komm heraus, strecke deine Fühler aus!", haben wir als Kinder gesungen, wenn die Schnecke sich in ihr Haus zurückgezogen hatte. Die Schnecke ist weich und verletzlich. Mit ihren sensiblen Fühlern nimmt sie ihre Umgebung wahr und reagiert darauf. Aber die Schnecke ist nicht nur einfach weich und verletzlich. Sie scheidet das Harte aus sich aus und bildet daraus ihr Haus, in das sie sich zurückziehen kann. So hat auch Jesus das Harte des Lebens aus sich hera

Axel Kühner
10. Feb.
Besinnen vor Beginnen - bedächtig gehen
Bevor man redet, sollte man das Gehirn einschalten. Bevor man etwas beginnt, sollte man sich besinnen. Wer einen Sprung nach vorne machen will, geht weit zurück. Die Rückbesinnung unseres Handelns und Lebens fällt zu oft aus. So rennen wir los und stürzen voran. Jesus ging seinen Weg nach vorn, bedacht und rückversichert bei seinem Vater und seiner Weisung. Er lebte nach vorn und fragte zurück. So könnten wir unser Leben aufbauen, die Welt gestalten und an der Zukunft mitwirk

Axel Kühner
9. Feb.
Dran bleiben - beharrlich sein
Die Ruhe eines Lebens ist nicht Faulheit und Nachlässigkeit, sondern die Kraft zur Beharrlichkeit. Vieles wird hektisch begonnen und frustriert beendet. Schnelle Begeisterung schlägt oft in ebenso schnelle Enttäuschung um. Hastig rennen Menschen los, unruhig jagen sie hin und her und sind dann tief erschöpft und innen leer. Die Schnecke geht zwar langsam, aber stetig und beharrlich ihren Weg. Sie kommt am Ende dahin, wohin mancher aufgeregte Angsthase nicht gelangt. Jesus bli

Axel Kühner
8. Feb.
Gemach, gemach -langsamer werden!
Wer einen weiten Weg hat, läuft nicht. Menschen rennen und hasten, eilen und stürzen, weil alles nur so kurz gedacht und klein gesehen wird. Jesus ist nie gerannt, obwohl er ein kurzes Leben hatte. Aber Jesus wusste sich auf einem weiten Weg. Aus der Ewigkeit Gottes trat er in die Zeit auf Erden ein und ging zurück in die Herrlichkeit des Vaters. 30 Jahre lebte Jesus ein Alltagsleben als Zimmermann. Drei Jahre zog er als Wanderprediger durchs Land und hatte Zeit für die Mensc

Axel Kühner
7. Feb.
Die Schnecke
Langsam geht die Schnecke, fast lautlos, aber beharrlich und stetig. Sie kriecht an der Spitze der Bedächtigen. Sie überstürzt nichts. Zeit ihres Lebens hat sie Zeit zum Leben. Die Schnecke ist der stille Protest gegen den Gott der Geschwindigkeit, gegen alle Hektik und Hast, gegen den viel zu schnellen Fortschritt. Die Ruhe der Schnecke ist niemals Faulheit oder Bequemlichkeit, sondern Ausdruck von Bedacht und Besinnung. Die Schnecke ist langsam, klein und weich. Und gerade

Axel Kühner
6. Feb.
Zweifel und Glaube
Thomas, der Zweifler, hieß Zwilling. Ist der Zweifel ein Zwillingsbruder des Glaubens? Gehören Glaube und Zweifel immer zusammen? Fragen und Zweifeln sind ein Ausdruck der menschlichen Würde. Tiere und Sterne, Bäume und Steine fragen und zweifeln nicht. Aber der Mensch hat die Würde des Fragens. Er muss abwägen und entscheiden, nachdenken und wählen. So setzt die Glaubensentscheidung den Zweifel eigentlich voraus. Das Wort Zweifel erinnert daran: "Zwei-Falten" = zwei Möglichk

Axel Kühner
vor 2 Tagen
The new way of life - Der neue Lebensweg
Eine Sonntagsausgabe der New York Times verbraucht 63.000 Bäume. In den USA gibt es mehr Psychoanalytiker als Briefträger. Die Verpackung von Cornflakes enthält mehr Nährstoffe als die Cornflakes selber. In Los Angeles gibt es mehr Autos als Menschen. Zehn Prozent des jährlichen Salzabbaus der ganzen Welt werden für die Enteisung der Straßen in den USA verwendet. Die Bevölkerung der USA macht etwa 6 % der Weltbevölkerung aus, verzehrt aber rund 60 % aller irdischen Ressourcen

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Beten ist alles
Die Hände ineinander falten, nicht handeln, keine Hand anlegen, keine Hände rühren, auf Gottes Handeln warten. Die Seele auseinander falten, sich öffnen, erklären, hinhalten, offen legen, alles rauslassen, auf Gottes Liebe zählen. Die Hände emporheben, sich ausstrecken, alles erwarten, Sehnsucht zeigen, Erfüllung empfangen, mit Gottes Einfluss rechnen. Die Seele hinunterbeugen, Schuld bekennen, bescheiden bitten, demütig werden, Gott groß sein lassen. Die Augen aufheben, Jesu

Axel Kühner
vor 4 Tagen
An den Händen erkennt man den Menschen
"Ex ungue leonem" - "An der Klaue erkennst du den Löwen!" sagten die Lateiner und meinten damit: An den Händen erkennt man einen Menschen. Babyhände, Mutterhände, Künstlerhände, Arbeiterhände, betende Hände, schlagende Hände, Bauernhände, Arzthände sprechen vom Menschen und sagen viel über seine Lebensart. Auch aus der Handschrift eines Menschen möchte die Wissenschaft der Graphologie auf den Charakter schließen. Selbst im Bereich des Okkulten meint man, aus der Hand eines Me

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Selig sind:
Selig sind, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen anzusehen; sie werden weit kommen. Selig sind, die einen Berg von einem Maulwurfhaufen unterscheiden können; sie werden sich sehr viel Ärger ersparen. Selig sind, die fähig sind, sich auszuruhen und Stille zu haben, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen; sie werden weise werden. Selig sind, die schweigen und zuhören können; sie werden dabei viel Neues lernen. Selig sind, die denken, bevor sie

Axel Kühner
vor 6 Tagen
Der Mächtigste
Zu einem Rabbi kommen die Leute eines Tages mit einer wichtigen Frage: "Wer ist der Mächtigste im ganzen Land?" Der Rabbi überlegt und antwortet dann: "Wer die Liebe seines Feindes gewinnt, ist der Mächtigste im ganzen Land!" Normalerweise halten die Menschen den für mächtig, der gegen seine Feinde gewinnt. Aber die Liebe, die den Feind gewinnt, ist noch viel mächtiger. Solche Mächtigen voller Liebe und Liebende voller Kraft brauchten wir mehr. "Homo homini lupus est!" sagten

Axel Kühner
18. Okt.
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