top of page

»Gedanken für den Tag«

Neuralgischer Punkt

Autorenbild: Axel Kühner
Axel Kühner
12. Juli
1 Min. Lesezeit

Wenn der Zahnarzt beim Bohren den Nerv des Zahnes berührt, trifft er den neuralgischen Punkt. Aus der Medizin übernommen, nennt man eine besonders schmerzempfindliche Stelle den neuralgischen Punkt. Jeder kennt die schmerzenden Stellen und empfindlichsten Punkte seines Lebens. Eine Zurücksetzung oder Ablehnung macht uns überempfindlich, ein Scheitern oder Versagen ängstlich, eine misslungene oder zerbrochene Beziehung isoliert, eine Ehe- oder Kinderlosigkeit minderwertig. Neuralgische Punkte gibt es beim Einzelnen, in einer Beziehung, einer Familie, Gemeinde und in einem Volk. Dort ist die Haut dünn, die Empfindlichkeit groß, der Schmerz heftig und die Verletzung schnell. Und doch dient auch der Schmerz an den empfindlichsten Stellen des Lebens nur der Heilung und Behandlung. Ohne die Signale des Schmerzes, ohne die Erfahrung von Weh und Pein würden wir die krankhaften Veränderungen unseres Lebens nicht wahrnehmen und behandeln lassen. Neuralgische Punkte helfen uns, die Verletzung zu erkennen und ihre Heilung zu suchen. Nur eine Stelle, die schmerzt, kann man finden und behandeln. So werden die neuralgischen Punkte zur Lebenschance. Darum wollen wir die Schmerzen nicht verbeißen und vertuschen, sondern ausdrücken und behandeln lassen. Am besten gehen Menschen mit Schmerzen auch zum Schmerzensmann, zu dem, der für die neuralgischen Punkte des Lebens, Leid und Sünde und Tod, die beste Adresse ist.


Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit. Er lud auf sich unsere Schmerzen, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Jesaja 53,3-5

Axel Kühner "Eine gute Minute, 365 Impulse zum Leben" © 1994 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 11. Auflage 2015 /

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

 
 
 
Unzufrieden?

Ein junges, fröhliches Fohlen lebte mit anderen Pferden in einem wunderschönen Tal. Es gab dort reichlich gutes Gras, sauberes Wasser und große, schattige Bäume. Eines Tages wurde das Fohlen übermütig

 
 
 
Der goldene Ohrring

Alte Seeleute und Handwerksburschen trugen früher einen goldenen Ohrring. Das war weniger ein Schmuck und mehr eine Art Vorsorge. Denn von dem Erlös des goldenen Ringes war bei einem eventuellen Todes

 
 
 
Wozu sind die Schafe da?

Es gibt ein böses Sprichwort: "Die Schafe sind nicht für die Weide, nur für die Wolle da!" Wenn Leben nur vom Ertrag her verstanden und nur auf Leistung hin betrachtet wird, verkommt es zur nützlichen

 
 
 

Kommentare


Gedanken für den Tag

bottom of page