top of page

»Gedanken für den Tag«

Es ist umgekehrt

  • Autorenbild: Axel Kühner
    Axel Kühner
  • 24. Mai
  • 2 Min. Lesezeit

In der deutschen Sprache konjugieren wir: ich, du, er, sie, es. In der hebräischen Sprache ist es umgekehrt. Dort konjugiert man: er, sie, es, du, ich. Für ein Kind beginnt der Weg zum Ich tatsächlich mit dem Wahrnehmen der Umgebung. Ein Kind tritt in die Welt des Er, Sie und Es ein und hört und sieht und nimmt wahr. Erst viel später kommt das Du, die direkte persönliche Anrede und Beziehung, und zum Schluss stehen auch das Ich und das Ichbewusstsein. Leben erschließt sich also nicht von mir her auf das Du und die Welt, sondern umgekehrt von der Weltwahrnehmung und dem Du her zur Entdeckung und Entfaltung des Ichs und der eigenen Persönlichkeit. Jede neue Orientierung beginnt mit dem Wahrnehmen der Umgebung, der Verbindung zu Menschen, und erst am Schluss entsteht die Verarbeitung und Veränderung in mir. So ist es auch in der Glaubensbeziehung. Gott macht sich bemerkbar in der Welt, der Geschichte, in Ereignissen und Dingen, dann spricht er mich persönlich an, und am Ende steht meine Antwort: Ich glaube.

Wenn heute diese Lebensbewegung umgekehrt verläuft, indem Menschen mit sich und ihren Meinungen beginnen, über das Du zum Leben und zur Welt kommen wollen, ist alles auf den Kopf gestellt. Steht meine Sicht und mein Ich am Anfang, ist die große Möglichkeit, wirklich zum Leben und zu mir zu finden, schon verspielt.

Wenn es also umgekehrt ist, dann müssen auch wir umkehren mit der Konjugation des Lebens. Er, Gott, steht am Anfang, sie, die Welt, ist vor uns da, es, das Leben, wartet auf uns. Du Herr, hast schon vor meiner Geburt in Liebe an mich gedacht, darum bin ich dein Kind und freue mich am Leben.


Einer kehrte um und pries Gott mit lauter Stimme und fiel auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm.

Lukas 17,15f

Axel Kühner "Eine gute Minute, 365 Impulse zum Leben" © 1994 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 11. Auflage 2015 /

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

 
 
 
Ein Gebet

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen, Herr, sondern um die Kraft für den Alltag! Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte: Mache mich findig und erfinderisch, um im täglichen Vielerlei und Allerlei

 
 
 
Ein Leben, das klingt!

Eine Querflöte ist ein kostbares Stück. Sie ist aus gutem Material kunstvoll gebaut und schon für sich wertvoll und schön. Aber eine Flöte möchte nicht nur schön herumliegen, sie möchte gespielt und z

 
 
 
Pelz und Brot und Wort

"Nicht der Pelz hält den Menschen warm, sondern das Brot!" lautet ein russisches Sprichwort. Jesus geht noch einen Schritt weiter: "Der Mensch lebt nicht von Brot allein, sondern vom Wort Gottes!" Was

 
 
 

Kommentare


Gedanken für den Tag

bottom of page