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»Gedanken für den Tag«

Unterwegs und immer zu Haus - behaust sein

Autorenbild: Axel Kühner
Axel Kühner
11. Feb.
2 Min. Lesezeit

Die Schnecke trägt ihr Haus mit sich. Sie ist unterwegs und gleichzeitig zu Hause. Weiterziehen und sich Zurückziehen sind bei ihr ausgewogen. Die Schnecke bleibt sensibel für die Spannung von Nähe und Distanz. Sie streckt die Fühler aus und zieht weiter. Sie will Leben erfahren, ergehen, erkunden, erleben. Sie ist ganz offen und empfindsam für die kleinsten Dinge. Aber sie zieht auch die Fühler ein und sich in ihr Haus zurück. Sie braucht Nähe und Distanz zugleich, Weiterziehen und Zurückziehen gehören zusammen.

Auch bei Jesus sehen wir diese Spannung. Er war offen und sensibel für Menschen und Leben, hatte gleichsam alle Fühler ausgestreckt und sich hingehalten und offengelegt. Dann hat er sich zurückgezogen und die Distanz gebraucht. Ganze Zeiten suchte er die Stille und Einsamkeit zum Beten und Sinnen, um Kraft zu schöpfen und sich neu zu orientieren.

Das können wir von Jesus lernen, er trug sein Haus, seine Geborgenheit immer bei sich. Er war auch im Unterwegssein immer bei Gott zu Hause. Die letzte Geborgenheit tragen wir bei uns, wenn Jesus mit uns ist, immer und überall, jeden Tag und jede Nacht. So können wir weitergehen ohne Hast und Hektik, ohne Gier und Angst, ohne Flucht und Rausch. Aus der Flucht vor uns selbst und der Flucht zu uns selbst wird die Zuflucht bei Gott. Dort sind wir geborgen. Im Glauben tragen wir diese Zuflucht immer bei uns. Wir ziehen weiter und uns zu Gott zurück. Wir suchen die Nähe und Distanz und kommen darin zur Ruhe.


Denn auf dich traut meine Seele. und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe.

Psalm 57,2

Axel Kühner "Eine gute Minute, 365 Impulse zum Leben" © 1994 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 11. Auflage 2015 /

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

 
 
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