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»Gedanken für den Tag«
Worte, Worte und das Wort
Die Geschichte von der Erschaffung der Welt am Anfang der Bibel gehört anerkanntermaßen zu den großen Werken der Weltliteratur. In einer einmalig schönen und dichten Sprache wird in wenigen Sätzen die Entstehung der ganzen Welt von den Gestirnen des Himmels bis zu den kleinsten Lebewesen auf Erden beschrieben. Die Schöpfungsgeschichte umfasst 787 Worte. Das Glaubensbekenntnis der Christen, in dem das ganze Evangelium von der Schöpfung, Erlösung und Heiligung zusammengefasst u

Axel Kühner
27. März
Ein Blick in die Augen
Der Befehlshaber der Besatzungstruppen sagte zu dem Bürgermeister des Bergdorfes: "Wir sind sicher, dass ihr einen Verräter in eurem Dorf versteckt. Wenn ihr ihn uns nicht übergebt, werden wir euch und die Dorfbewohner in Angst und Schrecken versetzen!" In der Tat versteckte sich ein Mann im Dorf, der aber gut und aufrichtig schien und von allen geliebt wurde. Aber was konnte der Bürgermeister tun, wenn das Wohlergehen des ganzen Dorfes auf dem Spiel stand? Tagelange Beratung

Axel Kühner
26. März
Jesus
Jesus, nicht von oben herab zwingt deine Liebe den Menschen Gemeinschaft auf. Jesus, Stufe für Stufe steigst du hinab zum Menschen, füllst die Schale mit Wasser, den Dreck wegzunehmen, der an den Füßen haftet. Jesus, du kennst die Wege, die Menschen gehen, die Irrwege und Umwege, die Trampelpfade, Sehnsuchtsstraßen, die vergeblichen, und die, die Ziele finden, die sauberen und schmutzigen, die nach oben und nach unten. Jesus, du bist dir nicht zu schade, dich niederzubeugen,

Axel Kühner
25. März
Tränen der Freude
Eine Diakonisse ging einst als Missionarin nach China. Mit viel Mühe und unter manchen Entbehrungen baute sie dort eine kleine Gemeinde auf. Nun lag sie an den Folgen einer schweren Krankheit im Sterben. Da kam eine durch ihren Dienst gläubig gewordene Chinesin an ihr Sterbelager, setzte sich der Missionarin zu Füßen, streichelte sie unter vielen Tränen und sagte: "Schwester Minna, ich danke dir, dass deine Füße über unsere hohen Sinping-Berge gestiegen sind, um uns die Erlös

Axel Kühner
24. März
Die beste Vorsorge
Ein italienischer Schriftsteller will ein Buch schreiben über die Jugendkriminalität. Er ruft gegen 23 Uhr zwölf wohlhabende Familien an, um dort die Eltern zu fragen, ob sie wüssten, wo ihre Kinder jetzt seien. Bei seinen ersten sechs Anrufen melden sich Kinder, die keine Ahnung haben, wo sich ihre Eltern befinden. "Wer für ein Jahr sorgen will, muss Korn säen. Wer für zehn Jahre sorgen will, muss Bäume pflanzen. Wer aber für hundert Jahre vorausdenkt, muss sich um seine Fam

Axel Kühner
23. März
Wie der Dieb ins Paradies gelangte
Ein Dieb kam zum Himmelreich und pochte an die Tür. "Macht auf!" Der Apostel Petrus, der die Schlüssel zum Himmelreich besitzt, hörte das Klopfen und ging zur Tür. "Wer ist da?" - "Ich." - "Wer bist du?" - "Ein Dieb. Lass mich ins Himmelreich." - "Nein, hier ist kein Platz für Diebe." - "Und wer bist du, dass du mich nicht einlassen willst?" - "Der Apostel Petrus." - "Dich kenn ich! Du bist der, der Christus verleugnete, noch bevor der Hahn krähte. Ich weiß alles, Bruder!" Da

Axel Kühner
22. März
Sagen und Entsagen
Reden und Raten, aber auch Schweigen und Ruhen sind wichtig. Haben und Handeln, aber auch Verzichten und Lassen sind nötig. Nur in der Spannung von Sagen und Entsagen kann sich das Leben ereignen. Es gibt so viel zu tun und zu sagen. Berge von Schuld müssen abgetragen und tiefe Täler aus Angst müssen mit Zuversicht aufgefüllt werden. Wunden wollen verbunden und Kränkungen geheilt sein. Es gibt so viel zu reden im Großen und zu raten im Kleinen. Aber das Schweigen und Entsagen

Axel Kühner
21. März
Innen und Außen
Im Wohnzimmer tickt unsere alte Wanduhr gemütlich vor sich hin. Sie ist ruhig und in Bewegung zugleich. Ihr Pendel bewegt sich gleichmäßig und stetig. Die Zeiger rücken in Ruhe immer weiter. Die Uhr wirkt wie eine tiefe Ruhe und eine ständige Bewegung zugleich. Aber zu ihrer äußeren Bewegung gehört eine innere Spannung. Wenn die Uhr nicht aufgezogen und die Feder nicht gespannt ist, kann das Pendel nicht lange in Bewegung bleiben. Wenn man dann das Pendel von außen anstößt, s

Axel Kühner
20. März
Einsamkeit als Chance
Gott und Mensch sind voneinander und zueinander hin gemacht. Mann und Frau sind voneinander genommen und aufeinander bezogen. Mutter und Kind sind auseinander und füreinander geworden. Diese Trennungen und zugleich Beziehungen machen die Einsamkeit und die Sehnsucht nach Einswerden. In der Einsamkeit liegt die Chance zum wieder Eins- und Ganzwerden verborgen. Die Geburt ist die erste Erfahrung der Einsamkeit. Aber nur durch diese Erfahrung kann ein Mensch zum Leben, zu sich s

Axel Kühner
19. März
Leben ist Einsamsein
Ein einzigartiges Leben ist immer auch ein einsames Leben. Zu der Einmaligkeit des Menschen gehört auch seine Einsamkeit. Weil wir einzig sind, sind wir auch einzeln. Ein Same wird ausgebracht, und durch die Schmerzen der "Einsamkeit" wird vielfältige Frucht eingebracht. Das ist die Fülle und die Freude des Lebens. Die fruchtbare Einsamkeit ist also die, ein ganzer Mensch zu sein, der ausgesät wird und Frucht des Lebens bringt. Die furchtbare Einsamkeit ist die, als Same erha

Axel Kühner
18. März
Zweifel und Glaube
Thomas, der Zweifler, hieß Zwilling. Ist der Zweifel ein Zwillingsbruder des Glaubens? Gehören Glaube und Zweifel immer zusammen? Fragen und Zweifeln sind ein Ausdruck der menschlichen Würde. Tiere und Sterne, Bäume und Steine fragen und zweifeln nicht. Aber der Mensch hat die Würde des Fragens. Er muss abwägen und entscheiden, nachdenken und wählen. So setzt die Glaubensentscheidung den Zweifel eigentlich voraus. Das Wort Zweifel erinnert daran: "Zwei-Falten" = zwei Möglichk

Axel Kühner
vor 2 Tagen
The new way of life - Der neue Lebensweg
Eine Sonntagsausgabe der New York Times verbraucht 63.000 Bäume. In den USA gibt es mehr Psychoanalytiker als Briefträger. Die Verpackung von Cornflakes enthält mehr Nährstoffe als die Cornflakes selber. In Los Angeles gibt es mehr Autos als Menschen. Zehn Prozent des jährlichen Salzabbaus der ganzen Welt werden für die Enteisung der Straßen in den USA verwendet. Die Bevölkerung der USA macht etwa 6 % der Weltbevölkerung aus, verzehrt aber rund 60 % aller irdischen Ressourcen

Axel Kühner
vor 3 Tagen
Beten ist alles
Die Hände ineinander falten, nicht handeln, keine Hand anlegen, keine Hände rühren, auf Gottes Handeln warten. Die Seele auseinander falten, sich öffnen, erklären, hinhalten, offen legen, alles rauslassen, auf Gottes Liebe zählen. Die Hände emporheben, sich ausstrecken, alles erwarten, Sehnsucht zeigen, Erfüllung empfangen, mit Gottes Einfluss rechnen. Die Seele hinunterbeugen, Schuld bekennen, bescheiden bitten, demütig werden, Gott groß sein lassen. Die Augen aufheben, Jesu

Axel Kühner
vor 4 Tagen
An den Händen erkennt man den Menschen
"Ex ungue leonem" - "An der Klaue erkennst du den Löwen!" sagten die Lateiner und meinten damit: An den Händen erkennt man einen Menschen. Babyhände, Mutterhände, Künstlerhände, Arbeiterhände, betende Hände, schlagende Hände, Bauernhände, Arzthände sprechen vom Menschen und sagen viel über seine Lebensart. Auch aus der Handschrift eines Menschen möchte die Wissenschaft der Graphologie auf den Charakter schließen. Selbst im Bereich des Okkulten meint man, aus der Hand eines Me

Axel Kühner
vor 5 Tagen
Selig sind:
Selig sind, die es verstehen, die kleinen Dinge ernst und die ernsten Dinge gelassen anzusehen; sie werden weit kommen. Selig sind, die einen Berg von einem Maulwurfhaufen unterscheiden können; sie werden sich sehr viel Ärger ersparen. Selig sind, die fähig sind, sich auszuruhen und Stille zu haben, ohne dafür Entschuldigungen zu suchen; sie werden weise werden. Selig sind, die schweigen und zuhören können; sie werden dabei viel Neues lernen. Selig sind, die denken, bevor sie

Axel Kühner
vor 6 Tagen
Der Mächtigste
Zu einem Rabbi kommen die Leute eines Tages mit einer wichtigen Frage: "Wer ist der Mächtigste im ganzen Land?" Der Rabbi überlegt und antwortet dann: "Wer die Liebe seines Feindes gewinnt, ist der Mächtigste im ganzen Land!" Normalerweise halten die Menschen den für mächtig, der gegen seine Feinde gewinnt. Aber die Liebe, die den Feind gewinnt, ist noch viel mächtiger. Solche Mächtigen voller Liebe und Liebende voller Kraft brauchten wir mehr. "Homo homini lupus est!" sagten

Axel Kühner
17. Okt.
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