top of page

»Gedanken für den Tag«

Festgehalten

Autorenbild: Axel Kühner
Axel Kühner
7. Jan.
1 Min. Lesezeit

Bei Gott sind wir nicht abgeschrieben, sondern eingeschrieben. Als das Volk Israel in der Verbannung verzweifelt dachte, Gott habe es vergessen und abgeschrieben, ließ Gott durch den Propheten Jesaja seinem Volk sagen: "Ich habe dich nicht vergessen, siehe, in meine Hände habe ich dich gezeichnet!" (Jesaja 49,15f) Dieses Wort geht auf einen Brauch der Antike zurück. Verliebte schrieben sich, wenn sie getrennt waren, den Namen des Partners in die Hände. Die Namen in der Hand drückten die Sehnsucht aus, stellten die Liebe dar und hielten den anderen buchstäblich fest. Der Name war eingeschrieben und damit festgehalten. Beide hielten am anderen fest. So möchte Gott uns einladen, den Liebesbund mit ihm festzumachen. Wir sind nicht abgeschrieben, sondern in seine Hände eingeschrieben. Bei Gott sind wir mit unserem Namen festgehalten. Wie sehr unser irdisches Leben bisweilen einem notvollen Exil jenseits des Glücks gleicht, Gott hat uns nicht vergessen, sondern uns mit unserem Namen bei sich festgehalten. In seinen Händen steht unser Name. Gott hat Sehnsucht nach uns und hält uns in Liebe fest. Und was steht in unseren Händen? Was haben wir als Erstes, Bestes, Liebstes und Wichtigstes festgehalten mit unseren Händen? Halten wir, was nicht hält, zählen wir, was nicht zählt, und lieben wir, was nicht bleibt? Oder schreiben wir seinen Namen in unsere Hand als Antwort auf seine Liebe zu uns? Dieser wird sagen: Ich bin des Herrn, und wieder ein anderer wird in seine Hand schreiben: Dem Herrn eigen. Jesaja 44,5

Axel Kühner "Eine gute Minute, 365 Impulse zum Leben" © 1994 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 11. Auflage 2015 /

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages

 
 
 
Was ist der Mensch?

In seinen Roman "Krebsstation" hat Solschenyzin eine alte islamische Legende eingeflochten: Warum wird der Mensch 100 Jahre alt? Allah verteilte das Leben und gab jedem Tier 50 Jahre. Der Mensch kam a

 
 
 
Feindesliebe

Es gibt Widrigkeiten im Leben und Feinde des Menschen. Sehr nüchtern geht die Bibel davon aus, dass Feinde da sind. Aber Jesus gibt uns einen guten Rat, wie wir mit dieser Feindseligkeit umgehen könne

 
 
 
Schlagfertig oder zum Verständnis bereit?

Von Johann Peter Hebel gibt es eine Geschichte von einem Bauern, der eines Tages den Lehrer im Feld trifft. "Ist es noch Euer Ernst, Schulmeister, was Ihr gestern den Kindern erklärt habt: So dich jem

 
 
 

Kommentare


Gedanken für den Tag

bottom of page