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"Gedanken für

den Tag"

»Gedanken für den Tag«

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  • AutorenbildWilhelm Sonnemann

Schritte des Glaubens wagen

Eine Legende erzählt von einem alten Juden aus Krakau mit dem Nanien Eisik Jekel. Er hatte in seinem Leben viel Schweres erlebt, war aber darüber nicht bitter geworden. Vielmehr hatte er sich ein kindliches Vertrauen auf Gottes Güte und seine Macht bewahrt. Er war alt und sehr arm. Aber in seinem Herzen lebte die Sehnsucht, etwas Großes für Gott tun zu können. Eines Nachts träumt er, dass Gott ihm befiehlt, er solle nach Prag wandern, dort an der Brücke zum königlichen Schloss würde er einen Schatz finden. Eisik Jekel erwacht, bindet sich seine zerfetzten Sandalen unter die Füße, wirft sich den alten Mantel über und wandert den weiten Weg nach Prag. Dort sucht er die Brücke zum königlichen Schloss und findet sie schwer bewacht. Jeden Morgen zieht die Wache auf, und jeden Tag streift Eisik Jekel um die Brücke herum und hält Augen und Ohren offen. In seiner Glaubenseinfalt sucht er den Schatz. Gehorsam wartet er, bis er ihn findet. Nach einigen Tagen fällt dem Hauptmann der Wache der alte Jude auf, und er spricht ihn an: "Suchst du etwas? Bist du mit jemandem verabredet? Wartest du auf jemanden?" Eisik erzählt ihm seinen Traum. Da lacht der Hauptmann und nennt ihn einen Narren: "Träume sind Schäume. Du bist ein Dummkopf. Dann müsste ich ja auch töricht sein und losgehen, denn mir träumte vor Jahren, ich solle nach Krakau wandern und dort bei einem alten Juden, der Eisik Jekel heißt, unter dem Ofen nach einem Schatz graben. Nein, das ist doch Dummheit!" Eisik Jekel verbeugt sich, nimmt den Mantel zusammen, wandert nach Hause, gräbt unter seinem Ofen und findet einen großen Schatz. In seiner Freude baut er für Gott ein wunderschönes Bethaus.


Gott offenbart und verhüllt sich zugleich. Jesus zeigt seine Herrlichkeit und verbirgt sie zugleich. Gott liegt nicht auf der Straße, Jesu Größe ist nicht in den Schaufenstern ausgestellt. Man kann den Schatz des Lebens nicht einfach kaufen und erwerben. Er ist verborgen. Der kindliche Glaube und der schlichte Gehorsam finden den Weg und sehen die Erfüllung. Wer sich öffnet, in dem zeigt sich Gott. Wer Sehnsucht hat, wird erfüllt. Wer losgeht, der findet den Reichtum des Lebens und kann Großes für Gott tun.

 

Axel Kühner "Überlebensgeschichten für jeden Tag"

 © 1991 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 21. Auflage 2018

 Mit freundlicher Genehmigung des Verlages


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