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»Gedanken für den Tag«

  • AutorenbildAxel Kühner

Satt werden und bleiben

Am Tisch Gottes wird aber nicht nur geruht und gesprochen, sondern auch gegessen und getrunken. Das Brot des Lebens stellt Gott auf den Tisch und teilt es mit uns. Gott teilt uns sein Leben mit. Er gibt sich selbst. Jesus wurde das Brot Gottes. In Bethlehem, im "Haus des Brotes", wurde er geboren, und am Kreuz von Golgatha wurde sein sterbender Leib das Brot für eine hungernde Menschheit. Jesus brach das Brot mit seinen Jüngern und sagte: "Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird." An diesem Tisch, in der Nähe Gottes, unter seinem Wort ereignet sich die Sättigung mit Leben. Wir nehmen Gottes Liebe, seine Vergebung und Heilung, seinen Segen und seine Fülle zu uns, ja in uns auf. Wir nehmen Jesus in uns auf, und das ist die letzte Erfüllung des Lebens. Von der langen Wanderung sind wir ausgedörrt. Die weiten Wege haben uns durstig gemacht. Gott bietet uns gegen den Durst nach Liebe sein frisches, klares Lebenswasser an. "Wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst!" (Offenbarung 22,17) Das reine Wasser ist ein Bild für die reine, absolute Liebe Gottes. Die unbedingte Zuwendung Gottes dürfen wir in uns hineintrinken. Worte der Liebe, Beweise der Liebe, wie sie Jesus am Kreuz für uns gesagt und erbracht hat, saugen wir wie ein vertrocknetes Land auf, und unser Durst nach Liebe wird gestillt. "Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte." (Jeremia 31,3) Am Tisch Gottes erfahren wir die unbedingte Liebe, hier werden wir vorbehaltlos angenommen. Hier dürfen wir sein, wie wir wirklich sind, und uns ganz in Gottes Liebe hineinfallen lassen. Und dann bietet uns Gott den Wein der Freude an. Ein Weinkelch bedeutet beides: Leid, das man erfahren, und Freude, die man empfangen kann. Jesus Christus trank für uns den bitteren Kelch des Leides. Im Garten Gethsemane kämpfte er um die Kraft, den Kelch des Todes und der Sühne für uns zu trinken, und am Kreuz von Golgatha trank er ihn bis zur Neige aus. Als Jesus rief: "Es ist vollbracht!", da war der Kelch des Leides geleert. So bleibt uns nur der Kelch der Freude. Der Wein, den Gott an seinem Tisch gewährt, ist die Freude am Leben, die Freude an Gott und seiner Schöpfung. So ist Gottes Tisch ein Tisch der Gemeinschaft, an dem sich Gott mit uns zusammensetzt, ein Tisch der Stärkung, an dem wir uns satt essen und trinken können. Und schließlich ein Tisch, an dem wir bleiben, ein Ort, an dem wir wohnen dürfen. Gott lädt uns zum Bleiben ein. Er möchte, dass aus Gästen und Fremden Kinder und Freunde seines Hauses werden. Am Tisch Gottes, im Gespräch mit Gott, im Zusichnehmen der Stärkung Gottes werden aus Menschenkindern, die unstet und flüchtig, abgehetzt und verwahrlost leben, Gotteskinder mit Sitz und Heimatrecht bei Gott. Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar. Psalm 23,5f


 

Axel Kühner "Hoffen wir das Beste"

© 1997 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 9. Auflage 2016

Mit freundlicher Genehmigung des Verlage


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