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»Gedanken für den Tag«

  • AutorenbildAxel Kühner

Mutterfreuden

In einem kleinen Bauerndorf machte einst der Pfarrer frühmorgens seine Besuche bei den Landwirten. Er traf die Familie noch vollzählig an und konnte dann oft auch noch mit allen zusammen frühstücken. Eines Morgens geht der Pfarrer über die große Diele in die Küche des Bauernhauses. Dort steht die Mutter am Herd und kocht die kräftige Milchsuppe für die Kinder und die Angestellten. Der Pfarrer fragt die Bauersfrau nach ihrem Mann. "Wir hatten heute nacht ziemliche Aufregung. Er ist ganz kaputt und hat sich ein bisschen hingelegt, um sich zu erholen." "Was war denn los bei euch?", fragt der Pfarrer nach. "Och, bei uns ist heute nacht das Zehnte angekommen!", sprach sie und rührte die Suppe weiter. Mutterfreuden! Verzweifelt versucht eine junge Mutter, ihren Dreijährigen mit Spinat zu füttern, den aber der Junge absolut nicht mag, obwohl Spinat doch so gesund ist. Als alle Überredungskünste scheitern, versucht es die Mutter im Spiel. "Wir spielen zusammen Autobus. Der Bus fährt los. Er hält, und Leute steigen ein (dabei schiebt sie einen Löffel Spinat in den Mund), der Bus fährt weiter. Er hält wieder, und noch mehr Leute steigen ein (wieder einen Löffel in den Mund). Nach einer längeren Fahrt hält er wieder, eine Frau mit ihrem Jungen steigt ein (noch ein Löffel verschwindet im Mund)." Doch plötzlich ruft der Junge: "Alles aussteigen!" - und der ganze Spinat ergießt sich über den Jungen, den Tisch und die Mutter. Mutterfreuden! Die Mutter war ganz gerührt, als ihre erwachsene Tochter sagte: "Aber Mutti, lass doch den Riesenberg Geschirr, du sollst doch nicht am Muttertag spülen!" Und wie eine Seifenblase platzte ihre Freude, als die junge Dame fortfuhr: "Du kannst das Geschirr doch einfach bis morgen stehen lassen!" Mutterfreuden! Mutterfreuden sind die Freuden einer Mutter, wenn alle Kinder im Bett sind! Das Beste, was ein Mann für seine Kinder tun kann, ist, ihre Mutter zu lieben, an jedem Tag, nicht nur am Muttertag. Das sind wahre Mutterfreuden! Sie steht vor Tage auf und gibt Speise ihrem Hause ... Kraft und Würde sind ihr Gewand, und sie lacht des kommenden Tages ... Ihre Söhne stehen auf und preisen sie, ihr Mann lobt sie: Es sind wohl viele tüchtige Frauen, du aber übertriffst sie alle! Sprüche 31,15.25.28f

 

Axel Kühner "Hoffen wir das Beste"

© 1997 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 9. Auflage 2016

Mit freundlicher Genehmigung des Verlage


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