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»Gedanken für den Tag«

  • AutorenbildAxel Kühner

Wie ein Baum

Menschen sind zu ängstlich besorgt, zu viel unterwegs, zu hastig am Werk, zu gierig im Haben und zu lieblos im Handeln, als daß sie glücklich sein könnten. Bei den Bäumen ist das ganz anders. Sie sind voller Bewegung und bleiben immer an derselben Stelle. Sie sind voller Kraft, weil sie in Ruhe und aus der Tiefe schöpfen. Mit ihren Wurzeln sind sie dem Herzen der Erde näher als andere, mit ihrer Krone sind sie der Sonne nahe wie kaum jemand. Lebenssäfte strömen durch sie hindurch, beleben und verwandeln die Bäume. Der Baum dehnt sich aus und nimmt sich zurück, je nach der Wärme des Tages und der Kühle der Nacht. Der Baum freut sich auf den Regen und wartet auf die Sonne, er erlebt die wechselnden Jahreszeiten und seine Lebenszeit bis zu seinem Tod. Sein Glück hängt nicht von seinem Willen, Hasten, Leisten und Besitzen ab. Der Baum ist da, sein Leben ist lang und ruhig, tief und hoch, machtvoll und doch unaufdringlich; fraglos, aber nicht sinnlos; einsam und doch in allen Lebenszusammenhängen. "Herr, wie ein Baum, so sei vor dir mein Leben, Herr, wie ein Baum sei vor dir mein Gebet. Gib Wurzeln mir, die in die Erde reichen, daß tief ich gründe in den alten Zeiten, verwurzelt in dem Glauben meiner Väter. Gib mir die Kraft, zum festen Stamm zu wachsen, daß aufrecht ich an meinem Platze stehe und wanke nicht, auch wenn die Stürme toben. Gib, daß aus mir sich Äste frei erheben, oh meine Kinder, Herr, laß sie erstarken und ihre Zweige strecken in den Himmel. Gib Zukunft mir und laß die Blätter grünen und nach Wintern Hoffnung neu erblühen, und wenn es Zeit ist, laß mich Früchte tragen. Herr, wie ein Baum, so sei vor dir mein Leben. Herr, wie ein Baum sei vor dir mein Gebet!" (Lothar Zenetti) "Wohl dem, der Lust hat am Gesetz des Herrn und sinnt über seinem Gesetz Tag und Nacht! Der ist wie ein Baum, gepflanzt an den Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter verwelken nicht. Und was er macht, das gerät wohl!" (Psalm 1,2f)

 

Axel Kühner "Hoffen wir das Beste"

© 1997 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 9. Auflage 2016

Mit freundlicher Genehmigung des Verlage


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