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»Gedanken für den Tag«

  • AutorenbildAxel Kühner

Der kluge Esel

Ein Landmann besaß einst drei Haustiere: ein Pferd, eine Eselin und ein Schwein. Pferd und Eselin wurden zur Arbeit angehalten, wofür ihnen das nötige Futter verabreicht wurde. Um vieles günstiger schien das Los des Schweines, welches nicht arbeitete, gleichwohl jedoch in weit reicherem Maße zu fressen bekam. Eines Tages sprach nun das Pferd zur Eselin: "Wie töricht und zugleich undankbar ist wohl unser Herr. Sieh doch, wir müssen mit größter Anstrengung arbeiten und erhalten dafür doch nur genau zugemessenes Futter, während das Schwein, das nichts leistet, stets in Hülle und Fülle sein Futter erhält." "Warte nur", erwiderte die Eselin, der geeignete Zeitpunkt kommt. Du wirst dann das traurige Ende des Schweines sehen und dich überzeugen, dass es nicht umsonst so reichlich gefüttert wird, da der Genuss ohne Arbeit noch niemandem zum Heile gereicht ist." Wirklich dauerte es nicht lange, und das wohlgenährte Schwein wurde abgestochen. Die Eselin hatte zu jener Zeit ein Junges, das die Prophezeiung seiner Mutter mit angehört hatte. Als ihm später eine etwas größere Portion Gerste vorgelegt wurde, wollte es nicht essen, da es fürchtete, das traurige Los des so sorgfältig gefütterten Schweines teilen zu müssen. Doch die Mutter beruhigte es mit den Worten: "Du kannst, mein Kind, ohne Furcht essen, denn nicht der Genuss bringt den Tod, sondern der Müßiggang!" (Ein jüdisches Märchen) Das ist des Klugen Weisheit, dass er acht gibt auf seinen Weg; aber der Toren Torheit ist lauter Trug. Sprüche 14,8

 

Axel Kühner "Hoffen wir das Beste"

© 1997 Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn, 9. Auflage 2016

Mit freundlicher Genehmigung des Verlage


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